Im November 2004 hatte "Männerhort" im Theater am Kurfürstendamm Premiere. Seitdem haben über 100 000 Zuschauer die Inszenierung von Andreas Schmidt gesehen. Im "Männerhort", dem Keller einer Shoppingmall, treffen sich jeden Samstagnachmittag vier sehr unterschiedliche Typen, um sich den Frust über den Einkaufstick ihrer Frauen von der Seele zu reden. Hier kann die "Expertenrunde" ungestört ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Fachsimpeln über Werkzeuge, Fußball, Biertrinken und Frauen. Christoph Maria Herbst, der gemeinsam mit Michael Kessler, Bastian Pastewka und Jürgen Tonkel in "Männerhort" auf der Bühne steht, beschrieb das Stück in einem Interview einmal als "Platzhirschragout".Brigitta Valentin sprach mit Michael Kessler, der im Stück einen Piloten spielt.Fast fünf Jahre ist es her, dass "Männerhort" im Theater am Kurfürstendamm Premiere hatte. Haben Sie damals damit gerechnet, dass Sie das Stück 2009 immer noch spielen würden?Das war nicht absehbar, aber ich freue mich sehr darüber.Was hat Sie damals skeptisch gemacht?Wenn man eine Produktion am Theater macht, weiß man nie, ob sie funktioniert oder nicht. Aber dass "Männerhort" wirklich ein Kultstück geworden ist und sich zu so einem Dauerbrenner in Berlin entwickelt hat, den sich viele schon mehrere Male angesehen haben, finde ich toll.Wie sind damals die Proben gelaufen? Wenn man das Stück sieht, hat man den Eindruck, das Ensemble hat sehr viel Spaß gehabt.Erst mal war es sehr viel Arbeit. Wir haben lange nur den Text gelesen und vieles umgeschrieben. Dann haben wir äußerst akribisch geprobt. Timing und Rhythmus sind bei einer Komödie alles!Was macht den Erfolg des Stückes aus?Ich glaube, dass die Besetzung die Menschen ins Theater lockt. Viele Zuschauer kennen uns aus dem Fernsehen und möchten uns gerne mal auf der Bühne sehen. Außerdem haben wir mit "Männerhort" das Boulevardtheater entstaubt. Hinzu kommt, dass Themen wie Mann/Frau und Shoppen Dauerbrenner sind.Bisher haben sich Männerhorte im Gegensatz zu dem Theaterstück noch nicht so richtig durchgesetzt. Was meinen Sie, woran liegt's?Wahrscheinlich brauchen Frauen doch den Rat der Männer beim Shoppen.Sie spielen in "Männerhort" einen Piloten. Es gibt ja Jungs, die wissen schon mit sechs, dass sie Pilot werden wollen. Wie war es bei Ihnen mit dem Schauspielerberuf?Lustigerweise wollte ich eher Pilot als Schauspieler werden, denn das Fliegen hat mich als kleiner Junge sehr fasziniert. Der Wunsch, Schauspieler zu werden, entstand, als ich 16 war. Damals habe ich Schultheater gespielt. Dann habe ich den klassischen Weg eingeschlagen: Ich bin auf die Schauspielschule gegangen und war anschließend am Theater engagiert.Sie haben sich irgendwann entschieden, mehr Fernsehen zu machen und weniger Theater zu spielen. Was war der Grund?Die Zeit im festen Engagement war anstrengend. Ich fand die Arbeit am Stadttheater irgendwann zu eng, zu humorlos, zu verkopft. Da hab ich den Stecker gezogen und bin auf Abstand gegangen. Obwohl ich das Theater liebe und dort meine Wurzeln sind, hat mich damals all das, was hinter der Bühne passierte, davon abgehalten, weiterzumachen.Wenn Sie am 31. Oktober nach längerer Zeit wieder auf der Bühne stehen, haben Sie da Lampenfieber?Ja, das habe ich immer. Es gehört für mich dazu, um eine Spannung zu erzeugen von der Bühne aus runter in den Zuschauerraum. Leichtes Lampenfieber habe ich vor jeder Vorstellung.Ihr nächstes Theaterstück: Komödie oder Tragödie?Mal sehen, was kommt.------------------------------MännerhortKomödie von Kristof Magnusson.Regie: Andreas Schmidt, Bühne: Anja Wegener, Kostüm: Anna Meerwein. Mit Bastian Pastewka, Christoph Maria Herbst, Michael Kessler und Jürgen Tonkel.Vom 31. Oktober bis 29. November im Theater am Kurfürstendamm.Eintrittspreise: 47/36/24 Euro (inklusive Programmheft).Verrückte ZeitenRegie: Lars Wernecke. Musikalische Arrangements: Franz Wittenbrink.Mit Olaf Drauschke, Wolfgang Höltzel, Horst Maria Merz, Holger Off, Ralf Steinhagen und Philipp Seibert.Am 16. & 23. November, jeweils um 20 Uhr im Theater am Kurfürstendamm.Eintrittspreise: 36/25/13 Euro.Vier linke Händevon Pierre Chesnot aus dem Französischen von Wolfgang Kirchner.Regie: Herbert Herrmann. Co-Regie: Martin Woelffer, Bühne: Anja Wegener, Kostüm: N&H. Mit Nora von Collande und Herbert Herrmann.Bis zum 13. Dezember in der Komödie am Kurfürstendamm.BühnenpiratenEin Special von Theatersport Berlin.Immer Sonntag, 8., 15., 22. & 29. November, jeweils um 20 Uhr in der Komödie am Kurfürstendamm.Eintrittspreise: 19 Euro, ermäßigt 15 Euro.HighlightsGastspiel von und mit Robert Kreis.Am 23. November um 20 Uhr in der Komödie am Kurfürstendamm.Eintrittspreis: 28 Euro.Komödie und Theater am KurfürstendammKurfürstendamm 206-209, 10719 BerlinKartentelefon: (030) 88 59 11 88www.komoedie-berlin.de------------------------------Foto: "Männerhort" - jetzt üben wir mal zu sagen: Ich liebe dich. Bastian Pastewka, Michael Kessler, Christoph Maria Herbst und Jürgen Tonkel (v. l.).Foto: Michael Kessler