Kiel - Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat sich gegen ein neues Unterrichtsfach „Gesundheit” ausgesprochen. „Schule ist kein Reparaturbetrieb für gesellschaftliche Fehlentwicklungen”, kritisierte der schleswig-holsteinische Landesverband VBE am Mittwoch in Kiel die Forderung der Krankenkassen. Es gelte vielmehr die Lehrkräfte zu entlasten. Deshalb fordere der VBE gemeinsam mit dem Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte Schulgesundheitsfachkäfte für die Schulstandorte. Die Krankenkassen sollten sich daran finanziell beteiligen, um die Schulträger zu entlasten.

Deutschlandweite Pilotprojekte hätten gezeigt, dass der Bedarf groß sei. Demnach reichen Schulgesundheitsfachkräfte Medikamente, versorgen bei kleinen Unfällen, übernehmen Gesundheitsprojekte und beraten Schüler und Eltern. Jedes zweite Kind in der Grundschule und jedes vierte Kind in der Sekundarstufe I nutze die Möglichkeit, sich im Krankheitsfall an die Schulgesundheitsfachkräfte zu wenden. Ohne diese Kräfte müssten Lehrer sich um diese Kinder kümmern oder aber die Beschwerden würden möglicherweise nicht behandelt werden. Schulgesundheitsfachkräfte seien ein entscheidender Faktor für gesunde Schüler, meinte der VBE. (dpa/lno)