Lehrstellensuche 2013 - Guter Schulabschluss bleibt wichtig

München. Selten schienen für junge Menschen die Aussichten am Ausbildungsmarkt so gut zu sein. Händeringend suchen viele Betriebe nach Nachwuchs. Doch die Lehrstellensuche ist auch 2013 kein Selbstläufer. Experten warnen: Längst nicht alle haben gute Chancen.

Die Lehrstellensuche 2013 scheint für Jugendliche auf den ersten Blick entspannt zu sein. Schließlich klagen viele Betriebe über Nachwuchssorgen. Allein 2012 konnten 33 000 freie Lehrstellen nicht besetzt werden. Das geht aus dem am Mittwoch (15. Mai) veröffentlichten Berufsbildungsbericht hervor. Doch längst nicht alle Jugendlichen profitieren. «In manchen Berufen ist die Konkurrenz weiter groß», warnt Petra Sprenger, Berufsberaterin bei der Arbeitsagentur München. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Begehrt sind derzeit etwa Ausbildungsberufe in der Immobilienbranche, im Veranstaltungsmanagement, in der Werbung oder im Facility-Management. Wer hier eine Lehrstelle bekommen will, brauche nach wie vor meist Abitur oder zumindest eine sehr gute mittlere Reife, sagt Petra Sprenger, Berufsberaterin bei der Arbeitsagentur München. Auch Ausbildungsplätze zum Tischler seien gefragt. Viel Konkurrenz gebe es auch beim Mediengestalter und Mechatroniker, ergänzt Markus Kiss vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag.

Mehr offene Stellen als Bewerber gebe es häufig im Einzelhandel, im übrigen Handwerk, in der Gastronomie und Hotellerie. Hier hätten auch Bewerber mit schlechteren Noten gute Chancen, erzählt Sprenger. Überraschenderweise sei zumindest in München der Bankkaufmann weniger stark nachgefragt als in der Vergangenheit. Hier dürfen auch Bewerber mit einer sehr guten mittleren Reife auf eine Stelle hoffen.

«Ja», sagt Kiss. Inzwischen sei es deutlich einfacher als noch vor ein paar Jahren, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Allerdings gebe es Einschränkungen: «Für gute Bewerber sind die Chancen günstig, für schlechte ändert sich fast nichts.» Wer einen Hauptschulabschluss mit schlechten Noten hat oder sogar ganz ohne Abschluss ist, dürfte trotz entspannter Lage am Ausbildungsmarkt Schwierigkeiten haben, eine Stelle zu finden.

Viele Betriebe sind inzwischen bereit, auch schlechte Noten zu akzeptieren, wenn die Jugendlichen besonders engagiert sind, sagt Sprenger. Bewerber könnten dann etwa mit freiwilligem Engagement in der Schule punkten.

«Nein», sagt Sprenger. Einen Verdrängungswettbewerb gebe es nicht. Bekommen Hauptschüler keine Lehrstelle, liege es eher daran, dass Betriebe sie nicht für ausbildungsreif halten. (dpa/tmn)