Die Kampagne der SPD hieß „Null Toleranz“ und liegt noch kein halbes Jahr zurück. Keine Toleranz gegenüber Steuerhinterziehern forderte die gesamte SPD-Spitze, angeführt von der damaligen Generalsekretärin Andrea Nahles. Zu diesem Zeitpunkt war Klaus Wowereit stellvertretender Vorsitzender seiner Partei, der SPD.

Wir müssen also annehmen, dass er zu den Unterstützern dieser Kampagne gehört, dass er sie nicht nur mitgetragen, sondern mitgemacht hat. Und dass er vor allem die Inhalte dieser Kampagne ernst genommen hat. Es ging damals wie heute in der SPD um die Frage, ob der Staat nicht zu milde mit Steuerflüchtlingen umgeht. Ob es richtig ist, aufgrund von vermuteten und tatsächlichen Selbstanzeigen, die eine Menge Geld in die Staatskassen spülen, auf Strafverfolgung zu verzichten. Es ging damals wie heute um die Frage, was höher steht: das allgemeine Rechts- und Gerechtigkeitsbewusstsein oder die Steuernachzahlung in die Staatskasse. Zu diesem Zeitpunkt hat der Regierende Bürgermeister und stellvertretende Vorsitzende der SPD einen überführten Steuerstraftäter gedeckt. André Schmitz, der Staatssekretär für Kultur, hat ihm im Jahr 2012 von seinem kriminellen Handeln berichtet. Wowereit wurde zum Mitwisser. Bis gestern Abend glaubte er noch, Schmitz retten zu können.

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