Vor ein paar Wochen hat sich Jérôme Valcke verplappert. Zu viel Demokratie sei im weltumspannenden Sportbusiness hinderlich. Da ließen sich Mega-Events nur schwer realisieren, sagte der Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes Fifa. In Diktaturen läuft das Geschäft besser. Nicht wie in Brasilien, wo Millionen Menschen auf die Straße gingen, auch um gegen Korruption und Geldverschwendung für die WM 2014 und die Olympischen Sommerspiele 2016 zu demonstrieren.

Valcke ist als Fifa-General für Milliardenprojekte verantwortlich: für derzeit drei Weltmeisterschaften, eine absurd teurer als die andere. 2014 in Brasilien, 2018 in Russland, 2022 in Katar. Bis zum nächsten Wochenende richtet die Fifa zudem eine Nachwuchs-WM in der Türkei aus, einem anderen Brennpunkt demokratischen Aufbegehrens, mit dem Finale in Istanbul. Zwei dieser Länder, Brasilien und Russland, tragen demnächst Olympische Spiele aus. Das winzige, aber steinreiche Katar wird mit seiner Hauptstadt Doha spätestens 2028 Gastgeber von Sommerspielen sein. Dies nur, um die Kompetenz Valckes zu belegen. Gehen wir doch lieber in Diktaturen, hat Valcke gemeint, da haben wir unsere Ruhe. So denken noch immer mächtige Sportfunktionäre.

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