Die Fraktionsgeschäftsführerin der Linken, Petra Sitte, hat am Dienstag einen bemerkenswerten Satz gesagt. Auf die schwierige Situation des Krim-Konflikts bezogen sagte sie: „Es hat niemand eine fertige Antwort.“ Was wie eine inhaltsleere Plattitüde klingt, ist überaus bemerkenswert. Nicht zuletzt, weil die linken Linken oft den Anschein erwecken, auf alles eine fertige Antwort parat zu haben, sei es eine ideologische, rechthaberische oder eine voluntaristische. Voluntaristen sind Leute, die glauben, die Welt werde sich ihrem Willen schon fügen. Davon finden sich in der Linken nicht wenige.

Dabei hätte die Linkspartei in der Ukraine-Krise eine wichtige politische Rolle einnehmen können. Denn während sich die große Koalition mitsamt der Grünen frühzeitig festlegten, hatte die Linke von Beginn an auch die russischen Motive im Visier. Zugleich verwies sie auf die dunklen Seiten der ukrainischen Protestbewegung, die Rolle der mächtigen Oligarchen und den wachsenden Einfluss der rechtsextremen Kräfte auf dem Maidan. Als der Konflikt eskalierte und das Thema quer durch alle Talkshows aufgerufen wurde, da wusste Fraktionschef Gregor Gysi als einer der Ersten um die ganze Bandbreite der komplexen Lage.

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