Sie haben sich dann doch noch angenähert: Angela Merkel und François Hollande. Spät, aber immerhin, haben sich die beiden auf ein gemeinsames Vorgehen in der Euro-Krise verständigt. Es gibt ein Eurozonen-Budget für Reformprojekte nach dem Prinzip Geld gegen Leistung, eine Forderung Merkels, und einen festen Präsidenten der Eurogruppe, ein Anliegen von Präsident Hollande. Daneben wird die Macht der Europäischen Zentralbank bei der künftigen Abwicklung maroder Banken beschnitten, ein Wunsch von beiden, der das europäische Spiel von gemeinsamen Institutionen hin zu den Mitgliedstaaten verlagert. Weniger Europa wagen.

Das gemeinsame Papier für den EU-Gipfel im Juni hat eine symbolische Bedeutung. Berlin und Paris versuchen es wieder miteinander. Wenn auch auf kleiner gemeinsamer Basis. Frankreich erhält seine europäische Wirtschaftsregierung. Die hatte es schon länger gefordert. Herauskam 2004 die Eurogruppe, die formal nicht über Entscheidungsbefugnisse verfügt, in der Krise aber informell zu einer Art Nebenregierung in Europa aufgestiegen ist.

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