Leitartikel zu demokratischer Erinnerungskultur: Schwieriges Gedenken

Mit der Ehrung von Soldaten tun sich die Deutschen nicht nur am Volkstrauertag schwer. Er läuft geradezu sinnentleert mit dem ewig gleichen Ritual ab: Totengedenken für alle Opfer, Rede, Lied für den guten Kameraden, Kranz ablegen, Feierabend. Wenig öffentliche Beachtung finden auch der neu eingeweihte „Wald der Erinnerung“ für gefallene Soldaten und das Ehrenmal der Bundeswehr, das vor fünf Jahren am Rande des Verteidigungsministeriums errichtet wurde. Ein Wunder ist das sicher nicht, schließlich leben wir in einem Land, das einen Weltkrieg allein begonnen hat und einen anderen wesentlich mitverschuldete. Mit der Kapitulation im Zweiten Weltkrieg endete – zum Glück – auch eine lange militaristische Tradition deutscher Politik. Erst einmal gab es kein Militär mehr, dann lange Zeit keine Einsätze und daher gar keinen Grund, sich über dessen Verdienste oder Opfer groß Gedanken zu machen.

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