Am 1. Juli 1990 sprach der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl davon, dass der Osten Deutschlands sich bald in „blühende Landschaften“ verwandeln werde, „in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt“. Tatsächlich entstanden auf dem Territorium der DDR vielerorts blühende Landschaften. Vor allem dort, wo bis dahin Industrie gewesen war. Über zahlreiche Industriestandorte wuchs Gras. Die neuen Bundesländer verödeten, die Menschen verließen weiter in solchen Mengen ihre Heimat, dass ganz Landstriche entvölkert wurden. Dort war es mit leben und arbeiten vorbei.

Das gilt natürlich nicht für alle Regionen, für jede Stadt und jedes Dorf. Niemand kann übersehen, wie sehr Dresden sich verändert hat, wie sehr auch Leipzig oder Potsdam. Es gibt in vielen Bereichen der ehemaligen DDR deutlich bessere Straßen als zum Beispiel in manchen Abschnitten des Ruhrgebiets oder des Hunsrück. Das sagt aber nichts aus über die Wirtschaftskraft dieser Regionen. Gute Straßen sind eine notwendige Voraussetzung für die Ansiedlung von Unternehmen. Sie sind aber keine hinreichende. Mancherorts dienen die frisch asphaltierten Straßen den letzten Jugendlichen der Gegend dazu, ihr Leben in Crash-Wettbewerben aufs Spiel zu setzen.

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