Manchmal gibt es in der Politik diesen Schabowski-Moment. Jemand verplappert sich, formuliert unklar und löst große Dinge aus. Wir erinnern uns: Günter Schabowski ist jener einstige SED-Politiker, der am 9. November 1989 auf einer Pressekonferenz in Ost-Berlin im Namen der Regierung eine neue Reiseregelung bekanntgeben sollte. Er tat das missverständlich, die Leute stürmten zu den Grenzübergängen, die Grenzer verloren die Nerven und öffneten die Mauer. Der Rest ist Geschichte.

US-Außenminister John Kerry ist kein Günter Schabowski. Er ist ein erfahrener Außenpolitiker, weltgewandt und bestens vertraut mit allen Tricks der politischen Kommunikation. Er steht im Moment wie einer da, der sich verplappert und so wider Willen eine unvorhersehbare Entwicklung in Gang gesetzt hat.

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