Wahrscheinlich muss man Oberst Denise Lind sogar dankbar sein. Sie hat als Vorsitzende im Militärprozess gegen den Whistleblower Bradley Manning den maßlosesten und absurdesten, aber auch gefährlichsten Vorwurf der Anklage abgewiesen – dass der Soldat mit den an Wikileaks durchgestochenen Informationen den Feinden der USA geholfen, also Hochverrat begangen habe.

Wäre die Militärführung damit durchgekommen, hätte künftig auch jede kritische Berichterstattung über fragwürdige Zustände in den USA unter Hochverratsverdacht gestellt werden können. Denn sie könnte ja den Interessen der Feinde Amerikas dienen. In diesem Sinne ist das Urteil womöglich mutig, denn man kann sich vorstellen, welch ungeheurem Druck die Richterin in Uniform aus der Militärhierarchie ausgesetzt war.

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