Berlin - Wenn man nur alle paar Wochen die Großbaustelle des Berliner Schlosses gegenüber dem Lustgarten passiert, erschrickt man jedes Mal ein bisschen. So wuchtig ist das Gebäude, dass man alle bisherigen Vorstellungen über den Haufen werfen muss. Vielleicht liegt das an der jahrelangen Debatte, die wohl nie ganz die Soundspur eines alten Heintje-Schlagers verlassen hat: Ich bau’ Dir ein Schloss, so wie im Märchen. Was nun in der Mitte Berlins entsteht, mutet jedoch ganz und gar nicht märchenhaft an. Das ist kein Grund zur Nörgelei. In der langen Planungs- und Entstehungsgeschichte haben sich fast alle getäuscht, die aktiv oder auch nur gedanklich beteiligt waren.#

Und so ist anlässlich des Richtfests auf Berlins ambitioniertester Baustelle von mindestens drei Missverständnissen zu sprechen, die den Schlossbau begleitet haben. Das erste betrifft die Vorstellung, dass eine historische Stadtwunde, die letztlich auch der Palast der Republik zu DDR-Zeiten darstellte, ganz einfach zu schließen sei. Der unwirtlich emporschießende Rohbau verrät ja, dass hier etwas ganz Neues entsteht. Vom Wiederaufbau eines Schlosses kann gar nicht die Rede sein, weder in architektonischer noch ideengeschichtlicher Hinsicht.

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