Es ist bis heute nicht bekannt, wie viele Afrikaner ihren Widerstand gegen die Kolonialregierungen mit dem Leben bezahlten. Allein dem Vernichtungskrieg der Deutschen gegen die Herero 1904 fielen rund 70.000 Afrikaner zum Opfer, dem Krieg gegen die Nama im selben Jahr rund 10 000. Ungeklärt ist, ob bei der Unterdrückung des Maji-Maji-Aufstands von 1905 bis 1907 in Deutsch-Ostafrika 75.000 oder 300.000 Afrikaner getötet wurden. Die Mühe, ihre Opfer zu zählen, haben sich die Deutschen nur selten gemacht. In der Regel begnügten sie sich mit Umschreibungen wie dieser des – im deutschen „Schutzgebiet“ Kamerun eingesetzten – Kolonialoffiziers Hans Dominik: Er prahlte, dass ein von ihm mittels Maschinengewehren vernichteter „Stamm (…) kaum mehr als dem Namen nach vorhanden war“. Ungezählt sind die Toten, die Opfer von Krieg und Vertreibung, der Hungersnöte und tödlichen Krankheiten, die mit den Kolonialherren in Afrika Einzug hielten.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.