Vor kurzem bekam ich ein Buch geschenkt. Keines ist irgendeines, aber dies war ein besonders Besonderes. Die Herausgeberin überreichte es mir im wahrsten Sinne „druckfrisch“. Der Bildband mit Fotografien von Kurt Klagsbrunn, einem 1938 nach Brasilien emigrierten österreichischen Juden, war sozusagen auf den letzten Drücker zum Beginn der Frankfurter Buchmesse fertig geworden, wo Brasilien das diesjährige Gastland ist. Mehrfach mussten die Scans der alten Negative in Rio de Janeiro neu hergestellt werden, dann war der Druck der Schwarz-Weiß-Fotos so schlecht, dass der Drucker selbst die Bücher einstampfen ließ und von vorne anfing.

Solche Geschichten von den sprichwörtlichen Kosten und Mühen, die nicht gescheut werden, auf dass ein Buch schön und seinem Gegenstand perfekt angemessen ist, muss der Leser nicht kennen. Aber er kann sie fühlen. Nachdem ich dieses Buch aus seiner hauchdünnen Plastikfolie geschält hatte, verströmte es einen unwiderstehlichen Duft. Nach Leim, Druckerschwärze und Papier, über das man sogleich mit den Händen streichen möchte.

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