In einem aktuellen TV-Spot ist zu sehen, wie aus einem ausgemusterten sowjetischen Panzer 7000 Hämmer für eine Baumarktkette werden. Es ist kein Zufall, dass Christian Lindner die Erfinder engagiert hat. Als neue Werbeagentur der FDP. Denn der junge Vorsitzende hat mit seiner alten Partei eine kaum weniger verblüffende Verwandlung vor. Aus einem abgehalfterten Verein, den die Wähler wegen einer bizarren Mischung aus Großmäuligkeit und Unfähigkeit aus dem Bundestag verbannt haben, will er ein ebenso attraktives wie glaubwürdiges Gebilde formen. 2017 muss der Wiederaufstieg aus der außerparlamentarischen Opposition gelingen. Sonst war’s das mit dem organisierten Liberalismus in Deutschland.

Auf dem Parteitag an diesem Wochenende in Berlin kann Lindner nicht nur wachsende Zuversicht in den eigenen Reihen feststellen, sondern auch einen beträchtlichen Meinungsumschwung in der Bevölkerung. Zunächst gab es vor allem Häme und Zufriedenheit über den tiefen Fall der Partei. Ein bundespolitisches Comeback trauten ihr nur wenige zu. Noch weniger wünschten es. Wenn die Partei nun besser dasteht als selbst ihre eigenen Politiker erwartet haben, liegt das nicht nur am smarten Vorsitzenden und seinen Werbeprofis. Geholfen hat vor allem die politische Konkurrenz: Große Koalition, AfD, Linkspartei.

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