Am Ende reibt man sich die Augen und hält alles für die überschäumende Kopfgeburt eines fantasiebegabten Thriller-Autors. Beispiele dafür gibt es. Der britische Schriftsteller Dick Francis hat viele seiner Romane im überschaubaren Milieu des britischen Pferderennsports angesiedelt, von wo aus korrupte Funktionäre schließlich in den Sog viel größerer wirtschaftlicher und politischer Machenschaften gerieten. Wo eben noch ein schnelles Pferd vor dem anderen über die Ziellinie lief, gerät plötzlich eine ganze Welt aus den Fugen.

Die Mär von der eigenen Harmlosigkeit hat der Fifa-Boss Sepp Blatter immer wieder aufs Neue unter Aufbietung anrührender Rhetorik in Umlauf gebracht. Kaum eine Rede, in der er nicht von der großen Fußballfamilie schwadronierte. Und so war es nach seiner Lesart auch die „Liebe zum Fußball“, die ihn zu seinem Abgang bewog. Ein Abgang auf Raten. Denn tatsächlich ist Blatter gar nicht zurückgetreten. Vielmehr hat er bloß die vorgezogene Neuwahl eines Nachfolgers angekündigt. Noch immer scheint er zu versuchen, die Kontrolle über das Gebilde zu behalten, das er über Jahrzehnte zu einem nahezu vollständig gegen Kritik und Widerspruch immunisierten Apparat ausgebaut hat.

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