Es scheint nicht mehr eine Frage des Ob, sondern nur noch des Wann. Im Konflikt um Syrien hat sich ein Handlungsdruck aufgebaut, der jeder rationalen Grundlage entbehrt und eine gefährliche Eigendynamik entwickelt. Für nüchternes Abwägen von Handlungsperspektiven gibt es offenbar keinen Raum mehr, wenn es um die sogenannte Glaubwürdigkeit amerikanischer Politik geht. Schon wird gefragt: Wer würde die USA noch ernst nehmen, wenn sie jetzt nicht zuschlagen? Welche Lehren würden Nordkorea und Iran daraus ziehen?

Dabei ist die Frage der Täterschaft der Gasangriffe bei Damaskus weiterhin ungeklärt. Es gibt keinen vernünftigen Grund, die Resultate der Kommission von UN-Experten die an den Orten des Geschehens recherchieren, nicht abzuwarten. Und wenn US-Präsident Barack Obama heute oder morgen oder übermorgen die Beweise präsentiert, die seine Geheimdienste zusammengetragen haben, um die Schuld des syrischen Diktators Baschar al-Assad zu untermauern, müssen diese erst mal auf ihre Stichhaltigkeit überprüft werden. Das alles braucht Zeit.

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