Der von den Vereinten Nationen berufene und gescheiterte Vermittler für den Syrien-Konflikt, Lakhdar Brahimi, hat das syrische Volk um Verzeihung für das Versagen seiner Bemühungen gebeten. Was für eine traurige Geste. Was für eine Geste der Verzweiflung. Denn was soll ein Vermittler tun, wenn die Parteien, deren Streit er schlichten soll, nicht zur Schlichtung bereit sind. Wenn sie nicht einmal bereit sind, miteinander zu reden. Wenn sie stattdessen von außen in ihrer sturen Haltung noch bestärkt werden, die keinerlei Rücksicht auf jene nimmt, um die es angeblich geht, um die Menschen. 150 000 Syrer haben die Unfähigkeit und den fehlenden Willen der Regierung und der Bürgerkriegsparteien zu einer Befriedung des seit drei Jahren wütenden Kampfes schon mit ihrem Leben bezahlt. Wie viele sollen es noch werden?

Wer heute in die Ukraine schaut, kann beängstigende Parallelen zu der Lage in Syrien vor gut drei Jahren erkennen. Einen aus demokratischen Volksbewegungen eskalierenden Konflikt, dessen sich andere Kräfte bemächtigen, der immer mehr zu einem Teil des großen internationalen Kampfes um Einflusssphären, um Macht, um Rohstoffe, um Profite wird. Auch in der Ukraine lässt die Regierung die Armee gegen eigene Landsleute vorgehen, die zurückschießen. Der Schritt zum offenen Bürgerkrieg ist nicht mehr groß.

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