Alles ist anders als 1993. Damals hatte Leka Zogus erster Besuch in der Heimat noch keine 24 Stunden gedauert, da ließ ihn Präsident Sali Berisha aus Albanien ausweisen. Im Paß des Mannes, der Anspruch auf den Königsthron erhebt, fehlte das Visa. Gestern nun jubelten Leka I. in Tirana Hunderte zu. Und er erklärte bewegt, er werde solange im Land bleiben, "wie ich es für notwendig halte". Zur Begrüßung war diesmal auch ein Minister erschienen: Spartak Ngjela, ein glühender Monarchist, leitet in der Übergangsregierung das Justizressort. Nach dem chaotischen Zusammenbruch Albaniens hält Leka I. seine Stunde für gekommen. "Ich bin dazu geboren, und Pflicht ist Pflicht. Ich kann nicht zusehen, wie mein Volk leidet", hatte er Journalisten Tage vor seiner Abreise aus dem südafrikanischen Exil in die Feder diktiert.Leka war zuvor nur vier Tage in Albanien gewesen - einschließlich seiner mißglückten Visite 1993. Zwei Tage nach seiner Geburt am 5. April 1939 waren italienische Truppen im Hafen Durres gelandet, wenige Stunden später ging die Königsfamilie über Istanbul nach London ins Exil. Als König von Albanien betrachtet sich Leka seit dem Tod seines Vaters (Ahmed) Zogu I. im Jahre 1961. Die Karriere des Zwei-Meter-Mannes ist schillernd. Der Absolvent der britischen Kadettenanstalt Sandhurst steht in dem Verdacht, sein Geld mit illegalem Waffenhandel zu verdienen. 1977 beispielsweise durchsuchten thailändische Behörden Lekas Hotelzimmer in Bangkok. Nur gegen Zahlung einer Kaution durfte er das Land verlassen. In seiner spanischen Villa entdeckten die Behörden 1979 ein Waffenlager. Auch dort kann er sich seither nicht mehr blicken lassen. Im September 1982 versuchten seine Leute, mit einer Art "Schweinebucht-Operation" in Albanien zu landen. "Aufgebrachte Bauern" und Soldaten hätten die Kommandotruppe "sofort vollständig" liquidiert, hieß es in dem Kommunique der kommunistischen Führung. Zum wiederholten Male schlägt Leka jetzt eine Volksabstimmung über die Wiedereinführung der Monarchie vor. Noch vor wenigen Wochen hätte Staatspräsident Berisha das Ansinnen strikt von sich gewiesen. Jetzt soll er jedoch ernsthaft darüber nachdenken, das Referendum gleichzeitig mit den Wahlen in wenigen Wochen abzuhalten. +++