Schüler mit Masken beim Corona-Ellenbogen-Gruß
Foto: Valentina Barreta/Imago Images 

BerlinDie Senatsverwaltung für Bildung hat heute neue Zahlen zum Infektionsgeschehen an Berliner Schulen zur Veröffentlichung freigegeben. Die Zahlen beziehen sich auf den Stand von Freitagnachmittag und gelten für 692 öffentliche Schulen mit über 350.000 Schülern. Erfreulich ist, dass insgesamt ein deutlicher Rückgang der betroffenen Schulen zu verzeichnen ist: Diese Woche sind nur noch 25 Schulen betroffen, am 28. August waren es noch 37 Schulen und am 21. August sogar 39 Schulen.

Die Anzahl der betroffenen Schüler bewegt sich im Vergleich zur letzten Woche auf einem ähnlichen Niveau. Aber bei den betroffenen Lerngruppen wird ein signifikanter Anstieg sichtbar. Wenn nur 25 Schulen, aber 70 Lerngruppen betroffen sind, heißt das, dass in einer Schule oft mehrere Lerngruppen betroffen sind – und dies vielleicht doch, weil es im Inneren der Schulen vermehrt zu Ansteckungen kam.

Auffällig ist, dass die Bezirke im früheren Westen der Stadt tendenziell stärker befallen sind als die Bezirke im früheren Osten der Stadt. In den Bezirken Lichtenberg, Pankow und Marzahn sind in den letzten Wochen keine oder nur sehr wenige Schulen betroffen, während die Schulen in den Bezirken wie Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf und Reinickendorf mit mehr Fällen zu kämpfen haben. Auch in Mitte müssen sich drei betroffene Schulen und 11 betroffene Lerngruppen systematischen Corona-Tests  unterziehen.

Woher diese Unterschiede rühren, ist schwer zu sagen. Vielleicht sind mehr Familien in den westlichen Bezirken während der Sommerferien in Länder und Gegenden gereist, die zu den Risikogebieten gehören. Allerdings bleibt die Hoffnung, dass durch das Nachlassen der Reisetätigkeit von Familien es nun immer weniger Fälle gibt, die von außen in die Schulen hineingetragen werden.

Die Senatsverwaltung arbeitet gerade zusammen mit dem Statistikreferat daran, die Darstellung der Daten weiterzuentwickeln. Auch das betroffene Schulpersonal soll künftig wieder ausgewiesen werden. Dafür sind allerdings noch datenschutzrechtliche Fragen zu klären. Deshalb wurde die Zahl mit den betroffenen Lehrern heute nicht bekannt gegeben. In der vergangenen Woche standen 25 corona-positiv getestete Schüler drei corona-positiv getesteten Erwachsenen gegenüber, die zum Schulpersonal gehören.

Mit etwas Abstand betrachtet, sendet die neuste Statistik ein positives Signal: Dass der  Regelbetrieb, der seit den Sommerferien wieder aufgenommen wurde, im Großen und Ganzen gut funktioniert. Auch wenn es natürlich einzelne Klassen und Teile der Lehrerschaft gibt, die bis zu zwei Wochen in Quarantäne gehen müssen: Wir sollten uns freuen, dass wir für uns und unsere Kinder ein Stück Normalität zurückerobert haben.