Berlin - „Mama, ab heute esse ich kein Fleisch mehr“. Wirklich überrascht war ich von diesem Satz aus dem Mund meiner damals 12-jährigen Tochter nicht, aber sagen wir es einmal so: unvorbereitet. Ihr älterer Bruder hatte ihr beim Würstchen-Essen recht plastisch erläutert, dass dafür ein Tier sterben musste. Angeblich in bester pädagogischer Absicht, um ihr Respekt vor dem Leben zu vermitteln. Ich vermute eher weniger selbstlose Ziele. Immerhin erreichte er damit, dass er auch ihr Würstchen haben durfte. Aus der daraus entstandenen Challenge „Du schaffst doch nicht mal eine Woche ohne Fleisch!“ –  wurde letztlich: eine Vegetarierin. Dazu kam die Hausaufgabe, den eigenen CO2-Fußabdruck zu berechnen, und die damit verbundene Erkenntnis, dass pupsende Rinder erheblichen Anteil an der Erderwärmung haben.

Nun war meine Tochter, wie viele ihres Alters, durchaus wählerisch und bis dato nicht gerade berühmt für ihre Vorliebe für Obst, Gemüse und Ballaststoffe. Ich sorgte mich: Würde sie alle Vitamine und Nährstoffe bekommen, die sie für ihre Hirn- und Körperentwicklung braucht? Was, wenn sie sich jetzt nur noch von Nudeln, Milchreis und Gelatine-freien Gummibärchen ernähren würde? Wie sollte ich vermeiden, dass wir uns am Esstisch wegen jedes Möhrchens und Salatblatts stritten? Hinzu kam, dass ich selbst durch ein fleischorientiertes Elternhaus geprägt bin, viele Gerichte meines bisherigen Standard-Repertoires enthielten Fleisch oder Fisch.

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