Bei wem der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht, der wird isoliert. Das hat auch für Arbeitnehmer Konsequenzen. (Symbolbild)
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BerlinAuch in Deutschland werden immer mehr Menschen unter häusliche Quarantäne gestellt, um die Zahl der Coronavirus-Infizierten nicht unnötig in die Höhe zu treiben.  In den meisten Fällen ist das nur eine Vorsichtsmaßnahme. Das heißt auch: Betroffene gelten nicht als krank, bekommen also auch keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Und dann? Wer zahlt das Gehalt?

Fakt ist: Wer unter Quarantäne steht ohne tatsächlich krank zu sein, kann seiner Arbeit im Homeoffice nachgehen. Der Arbeitgeber kann seine Mitarbeiter dazu auch verpflichten, erklären die Rechtsexperten der ARAG. Voraussetzung ist natürlich, dass der Job sich auch vom heimischen Schreibtisch aus erledigen lässt und dass die notwendigen Arbeitsmittel vorhanden sind.

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Quarantäne mit vollem Nettogehalt

Trifft die Quarantäne Arbeitnehmer, die ihren Job nicht zu Hause ausführen können – Altenpfleger oder Handwerker beispielsweise – müssen die Betroffenen trotzdem nicht auf ihr Gehalt verzichten. Wird man nach § 30 Infektionsschutzgesetz (IfSG) von der zuständigen Behörde unter Quarantäne gestellt, bekommt man für die ersten sechs Wochen der Quarantäne sein Nettogehalt vom Arbeitgeber weitergezahlt (§ 56 IfSG). Der Arbeitgeber kann sich das Geld auf Antrag von der anordnenden Behörde erstatten lassen. Sollte die Quarantäne länger dauern, besteht für den Arbeitnehmer ein Anspruch auf Entschädigung in Höhe des Krankengeldes.

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Und was ist, wenn man eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bekommen hat, sich aber trotzdem fit fühlt? Dann darf man, wenn das möglich ist, von zu Hause weiterarbeiten. Mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung stellt der Arzt lediglich die mangelnde Arbeitsfähigkeit zum Zeitpunkt der Diagnose fest und trifft eine Prognose über die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Wer sich in der Lage fühlt, zu arbeiten, kann das tun – im Rahmen einer Quarantäne aber eben von zu Hause aus.