BerlinAm 1. September 1971 führte die sozialliberale Regierung unter Willy Brandt eine weit­reichende Neuerung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) ein. Schüler und Studierende aus einkommensschwächeren Familien unterstützte man künftig durch monatliche Fördergelder, die nicht automatisch zurückgezahlt werden mussten. Wer nach dem Abschluss seiner schulischen bzw. hochschulischen Qualifizierung nichts oder nur wenig verdiente, war nicht gezwungen, das staatliche Darlehen zu erstatten. Bis heute bleibt diese Regelung einer der großen Vorzüge des Bafög-Systems und sei­ner Förderkultur.

Umso überraschender ist, dass die Zahl der Anträge schon seit sieben Jahren kon­tinuierlich abnimmt. So sank die Zahl der Geförderten zwischen 2018 und 2019 von 518.000 auf 489.000. Mehr als 900 Millionen Euro nicht abgerufener Bafög-Mittel lagen zuletzt beim Bundesbildungsministerium, das seit 2015 für die Förderung allein zuständig ist. Warum zögern viele Studierende, Anträge auf Unterstützung zu stellen? Blickt man auf die Details des Fördersystems, dann erkennt man die betreffenden Ursachen sehr schnell.

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