Berlin - Die Begabtenförderung in Berlin macht Fortschritte. Mehr und mehr Schulen nehmen an dem Programm „Begabtes Berlin. Talente finden. Begabungen fördern“ teil und erhalten das sogenannte Bega-Siegel, was auch Geld für die einzelnen Schulen bedeutet. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sprach von einer umfassenden Begabungsförderung, die in Berlin nun auf einem guten Weg sei.

Im August 2018 startete das Programm, dessen Ziel es ist, begabte Kinder und Jugendliche zu entdecken und Begabungen von der Kita über alle Schularten bis hin zur Universität zu fördern. Zugrunde liegt dem Vorhaben ein mehrdimensionales Verständnis von Begabung, das beispielsweise auch soziale und künstlerische Talente einschließt.

Ein unumkehrbarer Prozess der Begabungsförderung

Geleitet wird das Programm von Prof. Dr. Trautmann, Erziehungswissenschaftler an der Universität Hamburg. Am 28. Mai zog Trautmann in einem Gymnasium in Berlin-Neukölln bei einer Pressekonferenz ein positives Zwischenfazit. Trotz der auch der gerade für die Schulen einschneidenden Corona-Zeit sprach Trautmann von einer beeindruckenden Entwicklung, die deutlich mache, „dass der Prozess der Begabungsförderung in Berlin inzwischen unumkehrbar“ sei.

Mittlerweile gibt es in Berlin 62 Bega-Schulen. Bega-Schulen bieten vertiefende Lernangebote für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen im natur- oder geisteswissenschaftlichen, sprachlichen, musischen, digitalen, handwerklichen, sportlichen oder künstlerischen Bereich an. Diese Schulen werden finanziell gefördert mit dem Bega-Fonds. Mit 35.000 Euro pro Kalenderjahr können sie Honorare für Kursleitungen, Ausstattung und Kursmaterialien finanzieren.

Förderung von der Kita bis zur Uni

Wegen Corona wurde bei der Pressekonferenz auf Zahlen aus dem Jahr 2019 zurückgeblickt, in dem an 39 Berliner Schulen 2200 Schülerinnen und Schüler gefördert wurden. Eine ist das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Neukölln. Die Schulleiterin Karin Kullick hat sich 2018 sofort auf das Programm beworben: „Ich wollte unbedingt mitmachen, weil ich mir selbst in meiner Schulzeit ein solches Programm sehr gewünscht hätte und mir gut gefällt, dass es um Begabung geht und nicht um Hochbegabung. So haben wir beispielsweise einen Kurs für Schüler, die sich im Kiez sozial engagieren wollen sowie handwerkliche und sportliche Kurse. Es können übrigens auch Kinder anderer Schulen mitmachen! Wir sind sehr glücklich mit dem Programm und freuen uns, wenn Corona es zulässt, wieder richtig loslegen zu können.“

Die Förderung beschränkt sich jedoch nicht auf Schule. Kitas, Schulen und Universitäten arbeiten der Senatsverwaltung zufolge zusammen daran, jedes Kind entsprechend seiner Fähigkeiten zu fördern. Dazu gehört sowohl das Zusatzangebot in der Kita, als auch die Möglichkeit, Seminarscheine bereits während der Schulzeit zu erwerben und das Studieren ab 16.