Ein Kfz-Mechatroniker bei der Arbeit. 
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Berlin-Charlottenburg Weg vom Verbrennungsmotor, und zwar schon in der Ausbildung: Das Oberstufenzentrum für Kraftfahrzeugtechnik in Charlottenburg bekommt einen Neubau, in dem sich alles um Elektromobilität drehen soll. Das neun Millionen Euro teure Projekt wird von Bund und Berlin gemeinsam finanziert, Berlin beteiligt sich mit einer Million Euro aus dem Topf der Schulbauoffensive. 

Die Planungen laufen seit dem vergangenen Jahr, fertiggestellt werden soll der Bau 2021. Zum Beginn der Tiefbauarbeiten auf dem Schulgelände besuchte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Mittwochvormittag die Schule. Gerade beim Thema Kraftfahrzeugtechnik sei Flexibilität wichtig, sagte Scheeres: „Es bahnt sich eine Mobilitätswende an. Wir reagieren an unseren Oberstufenzentren schnell auf die sich verändernden beruflichen Anforderungen.“

Vorbereitung für 45 Jahre Arbeitsleben

Jeder junge Mensch, der in Berlin und Umgebung Kfz-Mechatronikerin oder Mechatroniker wird, geht in Charlottenburg zur Berufsschule. Derzeit besuchen etwa 2000 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 15 und 48 Jahren die Schule. Der dreigeschossige Neubau, der auf einem ehemaligen Parkplatz auf dem Schulgelände gebaut wird, soll dem Oberstufenzentrum eine zusätzliche Nutzfläche von 1250 Quadratmetern verschaffen.

Der wichtigste Teil wird das Erdgeschoss: In vier Werkstatt-Laboren mit angeschlossenen Seminarräumen sollen sich die Berufsschülerinnen und -schüler mit Elektrofahrzeugen auseinandersetzen. Ein großer Teil des Budgets soll laut Zentrumsleiter Rahmig für die Anschaffung moderner Ausstattung verwendet werden: „Unsere Aufgabe ist es, unsere Schülerinnen und Schüler nicht nur durch die Prüfung zu bringen, sondern sie auch auf 45 Jahre Arbeitsleben vorzubereiten.“

Gar nicht so einfach in Zeiten, in denen noch niemand genau weiß, wie die Zukunft der Mobilität überhaupt aussehen wird, betonte Dieter Rau, Geschäftsführer der Kfz-Innung Berlin. Er rechnet mit einem völligen Umbruch in der Mobilität in den kommenden zehn bis 20 Jahren. Ob es dann in dem Neubau immer noch vor allem um Know-how zu Batterie und Lagertechnik oder schon um die Feinheiten des autonomen Fahrens gehen wird – die Kfz-Mechatronikerinnen der Zukunft werden es herausfinden.