Zusammenlegung zur rechten Zeit: Die Lenau-Grundschule wird bald abgerissen.
Bild: BLZ/Markus Wächter

BerlinAus zwei mach eins: Friedrichshain-Kreuzberg bekommt eine neue Gemeinschaftsschule und eine zusätzliche gymnasiale Oberstufe. Wie der Bezirk am Mittwoch mitteilte, wird die lang geplante Zusammenlegung der Lenau-Grundschule in der Nostitzstraße und der Lina-Morgenstern-Gemeinschaftsschule in der Gneisenaustraße zu Beginn des kommenden Schuljahrs umgesetzt.

Die Schule, die voraussichtlich auch einen neuen Namen bekommen wird, soll außerdem ab dem kommenden Schuljahr bis zum Abitur führen können. Die Lina-Morgenstern war bisher nur eine „halbe“ Gemeinschaftsschule, in denen die Jahrgangsstufen 7 bis 10 unterrichtet wurden. Im Verbund mit der Ferdinand-Freiligrath-Schule, einer Integrierten Sekundarschule (ISS), wird nach Auskunft des Bezirks nun eine gymnasiale Oberstufe eingerichtet.

Aus der Not eine Tugend gemacht

Schulstadtrat Andy Hehmke (SPD) begrüßt die Zusammenlegung: „Dieses stärkt die beteiligten Schulen und erhöht ihre Attraktivität. Ich bin sicher, dass sich viele Familien für eine Gemeinschaftsschule oder eine ISS entscheiden, wenn sie wissen, dass ihr Kind bei entsprechenden schulischen Leistungen auch bis zum Abitur an der Schule verbleiben kann.“ Bisher habe es sowohl an der Lina-Morgenstern-Schule als auch an der Ferdinand-Freiligrath-Sekundarschule immer weniger Anmeldungen als Plätze gegeben.

Ein bekanntes Problem bei Sekundarschulen ohne gymnasiale Oberstufe: Häufig wird kritisiert, dass diese seit der Schulstrukturreform vor zehn Jahren das Image der ehemaligen Hauptschulen abbekommen hätten. Von den zehn ISS und Gemeinschaftsschulen in Friedrichshain-Kreuzberg führen derzeit drei noch nicht zum Abitur.

Die bisherige Lenau-Grundschule soll zur Primarstufe der neuen Gemeinschaftsschule werden – wenn der Neubau fertig ist. Das bisherige Gebäude wird im Sommer wegen Asbestbelastung abgerissen. Die Lenauer müssen deshalb mit ihren neuen Mitschülern auch räumlich zusammenrücken, mit der institutionellen Zusammenlegung der beiden Schulen wurde hier aus der Not eine Tugend gemacht. Die Hälfte der derzeit knapp 400 Schülerinnen und Schüler soll während der Bauzeit in den Räumlichkeiten der Lina-Morgenstern-Schule unterrichtet werden, die andere in der Ferdinand-Freiligrath-ISS. Die erwartete Bauzeit ist nach Auskunft des Bezirks drei Jahre.