Bildungssenatorin Sandra Scheeres, SPD.
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BerlinDie Prüfungen für den Mittleren Schulabschluss (MSA) in Berlin fallen in diesem Jahr weitgehend aus. Das teilte die Senatsverwaltung für Bildung am Mittwoch mit. So sollen die drei schriftlichen MSA-Prüfungen und die mündliche Prüfung aufgrund der besonders angespannten Situation an den Schulen abgesagt werden. Die noch ausstehenden Präsentationsprüfungen sollen dagegen stattfinden.

„Wir haben noch einmal alle Argumente abgewogen: Ohne die schriftlichen MSA-Prüfungen können wir in den kommenden Wochen mehr Unterricht anbieten, gerade auch für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler“, erklärte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). „Weil Korrekturarbeiten entfallen, können sich die Lehrkräfte anderen wichtigen Aufgaben zuwenden und Schülerinnen und Schüler noch besser fördern. Durch die Beibehaltung der Präsentationsprüfung ermöglichen wir gleichzeitig aber auch, dass die Schülerinnen und Schüler ein MSA-Prüfungszeugnis erhalten.“

Kritiker wie der Berliner GEW-Vorsitzende Tom Erdmann hatten mehrfach darauf hingewiesen, dass die MSA-Prüfungen in der Coronakrise verzichtbar seien. In der Nacht zum Mittwoch hatten sich zudem die wichtigsten Elterngremien Berlins in der Nacht bereits gegen die Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss gewandt. Der Landeselternausschuss und alle zwölf Bezirkselternausschüsse forderten Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) auf, „die eBBR- und MSA-Prüfungen für das laufende Schuljahr auszusetzen und eine alternative Bewertung vorzunehmen“.

Die Abschlüsse „Erweiterte Berufsbildungsreife“ (eBBR) und Mittlerer Schulabschluss (MSA) werden in Berlin durch eine Prüfung nach der 10. Klasse erreicht. Welchen der beiden Abschlüsse ein Schüler oder eine Schülerin bekommt, hängt vom Notendurchschnitt ab – und für den Übergang in die gymnasiale Oberstufe müssen Schüler noch mal einen besonders guten MSA schaffen. Die Prüfung besteht normalerweise aus drei schriftlichen zentralen Prüfungen, einer Präsentationsprüfung sowie einer mündlichen Prüfung in der ersten Fremdsprache. In den Abschluss fließen außerdem die Jahrgangsnoten aus der 10. Klasse ein.

Ralf Treptow, Vorsitzender der Vereinigung der Oberstudiendirektoren, nannte die Entscheidung, dem MSA auch für Berliner Gymnasiasten die Jahrgangsnoten zugrunde zu legen, klug und notwendig. Gunilla Neukirchen, Vorsitzende der Vereinigung Berliner Schulleiterinnen und Schulleiter in der GEW, hält sie ebenfalls für richtig: „Sie erlaubt es, die Ressourcen in den wenigen Wochen bis zu den Sommerferien auf den Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler zu konzentrieren.“ Zustimmung gab es ebenfalls von Seiten der Berliner ISS-Schulleiterinnen und -Schulleiter und von der Vereinigung berufsbildender Schulen in Berlin.

Der Vorsitzende des Landesschülerausschusses, Miguel Gongora, begrüßte die Entscheidung. „Es scheint, als hätte Senatorin Scheeres hier Vernunft walten lassen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Bei den Präsentationsprüfungen müsse das Prinzip der Freiwilligkeit gelten, forderte er. „In Corona-Zeiten sollte niemand gezwungen werden, zu den Prüfungen zu erscheinen.“

Die Abiturprüfungen soll aber es auf jeden Fall geben, sagte Scheeres. Die ersten umfangreichen Abiturprüfungen im Fach Biologie an diesem Mittwoch hätten gezeigt, dass diese sicher und ordnungsgemäß durchgeführt werden könnten. Auch die Zahl der Krankmeldungen von Prüflingen habe sich auf dem Niveau der Vorjahre bewegt.

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