1.  Welche Note würden Sie dem Berliner Schulsystem geben?

Es gibt wunderbare Schulen in Berlin und Schulen, die völlig aus dem Lot sind. Da ist notenmäßig alles drin. Und es gibt die Berliner Schulverwaltung - die kriegt höchstens ein „ausreichend“.

2.  Denk ich an Berliner Schulen in der Nacht, dann sehe ich:

Viel zu viele Schülerinnen und Schüler, die mit zu wenig Wissen und Können am Ende die Schule verlassen.

3.  Welche drei Bildungsthemen müssen in der nächsten Legislatur unbedingt vorangetrieben werden?

Erstens: das Thema Schulqualität - es muss mehr gelernt werden. Es kann nicht sein, dass über die Hälfte der Sekundarschüler aktuell in der achten Klasse kaum lesen, schreiben und rechnen können. Sie dümpeln auf Grundschulniveau. Zweitens: Digitalisierung. Drittens: Wie geht man pädagogisch mit der massiven Zunahme verhaltensauffälliger Kinder um.

4.  Wenn Sie die politische Macht hätten, welches Problem würden Sie zuerst angehen und wie?                                 

Ich würde wieder klar ins Zentrum stellen, was die Hauptaufgabe von Schule ist: Kindern und Jugendlichen Wissen beizubringen, damit sie - nach dem Schulabschluss - souverän ins Leben starten können. Sie sollen alle eine gute Bildungsbasis haben - egal, welchen Abschluss sie machen.

5.  Wer hätte in Ihren Augen das Zeug dazu, eine exzellente Bildungssenatorin/ ein exzellenter Bildungssenator zu sein?

Franziska Giffey hat einen guten Blick für Realitäten und eine empathische Art bei der Lösungssuche. Die wäre es gewesen, doch nun wird sie wohl Regierende Bürgermeisterin. Hoffe, sie findet jemand Gutes.

6.  Wenn Sie sich eine Bildungssenatorin/ einen Bildungssenator für unsere Stadt backen könnten, welche Qualitäten hätte sie/er?   

Wer immer es wird, stellt für sich eine Liste der dysfunktionalsten und kaputtesten Schulen der Stadt zusammen, hat die immer auf dem Schirm, meldet sich dort regelmäßig, unterstützt Schulleitung und Kollegium auf jede erdenkliche Art und macht so einen Wechsel zum Besseren möglich.

7.  Eine gute und zeitgemäße Schule ist für mich:

Ich bin kein großer Fan des Wortes „zeitgemäß“. Unter der Flagge „Zeitgemäß“ segelt viel Unsinn. Eine gute Schule ist eine Schule, in der Kinder und Jugendliche wachsen, wo sie ihre Fähigkeiten entdecken und denken lernen. Und wo sie warmherzig unterstützt werden, wenn sie sich mal durchbeißen müssen. Denn Lernen ist nicht immer leicht.