Berlin - Für Grundschullehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Angestellte in der Kindertagespflege gibt es bereits detaillierte Impfpläne. Jetzt sollen endlich auch die Lehrkräfte in weiterführenden Schulen drankommen. Die Senatsverwaltung für Bildung bereitet derzeit die Impf-Einladungen für Lehrkräfte an weiterführenden Schulen vor, sie sollen zu Beginn der Osterferien an die Schulen verschickt werden. Das Angebot: Wer will, kann sich in den Osterferien impfen lassen. 

„Die anstehenden Osterfeiertage sind eine gute Gelegenheit, das Impfangebot auch in den Impfzentren Tegel und Tempelhof wahrzunehmen. Daher bitte ich alle Lehrerinnen und Lehrer, sobald sie eine Einladung erhalten haben, zügig einen Termin online oder über die Hotline zu buchen.“ So äußerte sich Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) in einer Pressemitteilung des Senats zum Thema Impfeinladungen.

Auf Anfrage der Berliner Zeitung erklärte die Bildungsverwaltung, dass die ersten Impfungen, vor allem mit dem Impfstoff von Astrazeneca, schon sehr bald erfolgen könnten. Bereits in der kommenden Woche sollen erste Impfungen möglich sein. Wann alle Lehrerinnen und Lehrer geimpft sein könnten, lasse sich jetzt noch nicht sagen. Wenn man als Lehrkraft eine Impfeinladung erhalten habe, solle damit möglichst schnell ein Impftermin in einem Berliner Impfzentrum gebucht werden.

Senat und Gewerkschaften appellieren, die Impfmöglichkeit wahrzunehmen

Wie hoch die Impfbereitschaft unter den Lehrkräften derzeit ist, lässt sich schwer abschätzen. Zumindest gab die Europäische Arzneimittelagentur bezüglich des Impfstoffes von Astrazeneca Entwarnung und bezeichnete die Vakzine, mit der wohl auch viele Lehrkräfte geimpft werden, als „sicher und wirksam“. Die Senatsverwaltung sagte der Berliner Zeitung, dass man dafür wirbt, auch Impftermine mit dem Impfstoff von Astrazeneca wahrzunehmen. Einen ähnlichen Appell gab es von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD): „Eine Impfung ist für unser Dienstpersonal der beste Schutz gegen das Virus. Ich appelliere an alle, von der Impfmöglichkeit Gebrauch zu machen.“

Die stellvertretende Vorsitzende des Philologenverbandes in Berlin und Brandenburg, Gabriela Kasigkeit, zeigte sich erfreut über die bevorstehenden Einladungen: „Wir begrüßen sehr, dass Berlin nun auch Impfeinladungen für die Lehrkräfte weiterführender Schulen verschicken wird.“ Zuletzt hatte der gewerkschaftliche Zusammenschluss von Lehrkräften an weiterführenden Schulen in einem offenen Brief vor einer Schulöffnung ohne vorherige Impfung der Lehrkräfte gewarnt. „Das Impfvorhaben in Berlin ist eine sehr positive Entwicklung!“, so Kasigkeit. „Und an Brandenburg: Bitte mitmachen!“

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht die Ankündigung der Impfeinladungen positiv. Es dürfe jetzt allerdings nicht dabei bleiben, findet Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW Berlin. „Es muss jetzt schnell gehen. Die Impfeinladungen sollten nicht so zugestellt werden, dass die Lehrkräfte sie erst nach den Ferien in der Schulpost finden, dann dauert es schließlich auch noch, bis sie einen Termin haben und immunisiert sind. Aber wenn alles klappt, sind wir sehr zufrieden und möchten alle Kolleginnen und Kollegen motivieren, sich impfen zu lassen.“