Hortbetreuung in den Ferien.
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Berlin Die Mail, viele Eltern massiv beunruhigt hat, kam am 25. Mai.  Die Botschaft: An der Grundschule findet die  Hortbetreuung in den Sommerferien nur als Notbetreuung statt. Und: Die Kinder dürfen das Schulgelände während der Notbetreuung nicht verlassen, teilte die Hortleiterin mit. Ein riesiges Problem, nicht nur für berufstätige Eltern. Doch inzwischen gibt es Entwarnung, es ist eine Lösung in Sicht. Eine Lösung allerdings, über die sich nur die Eltern freuen dürften.

Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) erklärte, dass alle Kinder, die regulär Anspruch auf Hortbetreuung haben, jetzt doch in den Sommerferien in den Hort gehen können. Die Notbetreuung an den Berliner Grundschulen endet damit zum Ferienbeginn. Was Eltern jubeln lässt, erfahren auch die Erzieher an den Schulen zuerst über die Medien. Sie sind enttäuscht über Umgang und Kommunikation der Schulverwaltung mit ihnen.

„Viele Eltern sind in den vergangenen Wochen in eine Ausnahmesituation geraten. Sie mussten in bisher nicht gekanntem Ausmaß Kinderbetreuung zu Hause und Erwerbstätigkeit miteinander verbinden“, sagte Bildungssenatorin  Sandra Scheeres. Sie freue sich, dass Eltern mit der regulären Ferienbetreuung nun wieder stärker unterstützt würden. Damit beschreite man einen weiteren Schritt zurück zur Normalität an den Schulen.

Als sich die Nachricht im Klassenchat der Grundschule verbreitet, macht sich tatsächlich Erleichterung breit. „Was für ein Segen!“, schreibt eine Mutter. Vier Wochen vor Beginn der Sommerferien wird für viele Familien die Planung so etwas leichter. Auch Landeselternsprecher Norman Heise ist positiv überrascht über den Schritt der Schulverwaltung. „Der Urlaub vieler Eltern ist aufgebraucht, sie stehen unter großem Druck.“ Auch für den Schulbetrieb nach den Ferien hat Heise vorsichtig Hoffnung auf eine Rückkehr zum Normalbetrieb.

Bei den Erziehern sorgt die Nachricht von der Ferienöffnung der Schulen hingegen für Sorgen. Wie sich die Ferienbetreuung konkret gestalten soll, müssen sie in den Schulen nun zügig planen. In der Senatsmitteilung heißt es: „Zur Begrenzung des Infektionsgeschehens sind auch in der Ferienbetreuung weiterhin die Hygieneregeln, wie regelmäßiges Händewaschen und Lüften der Räume, zu beachten.“ Von Abstandhalten ist allerdings keine Rede mehr. Vielmehr sollen feste Gruppen von maximal 22 Schülern gebildet werden, denen möglichst feste Erzieher zugeordnet werden.

Doch die Erzieher haben durchaus Bedenken. „Den Erziehern ist die schwierige Lage der Familien bewusst, aber wo bleibt der Gesundheitschutz? Hygieneregeln können so nicht mehr eingehalten werden“, betont eine Pankower Erzieherin. Sie fürchtet außerdem, dass es eng werden könnte, wenn alle Berechtigten die Ferienbetreuung wirklich in Anspruch nehmen. „In der Notbetreuung haben wir derzeit 60 Kinder, im normalen Ferienhort sind es bei uns 70 bis 80.“ In vielen Schulen ist die Urlaubsplanung der Erzieher abgeschlossen. Dass die Erzieher von der Öffnung der Schulen aus den Medien erfahren, macht sie wütend. „Wir müssen uns doch auch streng an Dienstwege halten“, so die Erzieherin. Zumal sie und ihre Berliner Kollegen schon seit Januar auf die versprochene Erhöhung ihrer Gehälter warten. „Ein wertschätzender Umgang mit Angestellten sieht anders aus.“