BerlinWie jeden Freitag veröffentlichte die Senatsverwaltung für Bildung neue Zahlen zu den Infektionsfällen an den allgemeinbildenden Berliner Schulen: Seit der letzten Woche haben sich die Fahlzahlen fast verdoppelt. Die Zahl stieg von 408 auf 744 Schüler und von 157 auf 221 Mitglieder des Schulpersonals. Vor allem aber hat die Anzahl der geschlossenen Lerngruppen mit 326 einen absoluten Höchstwert erreicht.

Vor den Herbstferien waren insgesamt 186 Lerngruppen geschlossen, in der letzten Woche waren es nur bescheidene 22. Vielleicht, weil die Reaktionszeit der Schulleitungen nach den Herbstferien noch verlangsamt war. Wenn man nun annimmt, dass in jeder der 326 geschlossenen Lerngruppen etwa 25 Schüler sitzen, dann wären jetzt an die 8150 in Quarantäne und entsprechend viele Familien damit beschäftigt, ihren Alltag neu zu strukturieren.

Blickt man auf die Bezirke, so sind Neukölln und Tempelhof-Schöneberg am stärksten betroffen: In beiden gibt es 105 Schüler, die positiv auf Corona getestet wurden. Auch in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Reinickendorf gibt es hohe Fallzahlen. Besonders niedrig sind die Fallzahlen hingegen in Lichtenberg und Pankow.

Bei den beruflichen Schulen ist ebenfalls ein deutlicher Anstieg von Fällen zu verzeichnen: 39 Lerngruppen sind geschlossen, 207 Schüler und 15 an den Schulen beschäftigte Erwachsene haben ein positives Testergebnis.

Viel Bewegung gibt es auch bei der Einstufung der Schulen: Am Donnerstag haben die Gesundheitsämter und die Schulaufsichten der Bezirke zum zweiten Mal konferiert, um die Farbgebung der einzelnen Schulen zu überprüfen und neu festzulegen.

Letzten Freitag wurden 702 Berliner Schulen auf Gelb, 170 Schulen auf Orange und zwei Schulen auf Rot gesetzt. Auf Grün stand keine einzige Schule. Diese Woche stehen immerhin wieder 47 Schulen auf Grün, 586 auf Gelb, 154 auf Orange und drei auf Rot. Neben den beiden medizinischen Fachschulen sieht also noch eine weitere Schule rot: eine kleine Grundschule in Reinickendorf.

Zum Trost: Im Vergleich zur letzten Woche sind die Schulen in Reinickendorf jetzt nicht mehr alle vorsichtshalber in Orange getaucht. Auch hier gibt es wieder Differenzierung.

Tom Erdmann von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft äußerte sich durchaus erstaunt, dass die Schulämter die 50 bis 60 Schulen pro Bezirk im Blick haben und Woche für Woche eine neue Einordnung vornehmen können. „Nach den Herbstferien waren wir zunächst skeptisch, ob ihnen das gelingen würde. Aber das haben sie anscheinend im Griff.“