BerlinJeden Freitag veröffentlicht die Senatsverwaltung für Bildung die neuen Zahlen zu den bestätigten Infektionsfällen an den allgemeinbildenden Berliner Schulen. Die Zahl der geschlossenen Lerngruppen ist sprunghaft angestiegen: Waren am vergangenen Freitag noch 336 Gruppen geschlossen und am Monat dieser Woche 389, so sind es vier Tage später schon 622 Lerngruppen, die in Quarantäne geschickt werden mussten. Geht man davon aus, das in jeder Lerngruppe durchschnittlich 25 Schüler sitzen, kommt man rechnerisch auf eine Zahl von mindestens 15.550 Berliner Schülern, die sich aktuell in Quarantäne befinden.

Auch bei den Schülern und den Mitgliedern des Schulpersonals gibt es neue Rekordwerte. 1022 Schüler und 341 Mitglieder des Schulpersonals müssen aktuell wegen eines positiven Corona-Tests zu Hause bleiben. Zum Vergleich: Am 6. November waren es 744 Schüler und 221 Mitglieder des Schulpersonals, am 30. Oktober 408 Schüler und 157 Mitglieder des Schulpersonals.

Zusammen mit der hohen Sieben-Tage-Inzidenz bei den 15-19-Jährigen Berliner Schülern sind es diese Rekordwerte, die die Senatverwaltung für Bildung heute bewegt haben, eine generelle Maskenpflicht für alle weiterführenden Schulen in Berlin zu beschließen. Sie soll am Mittwoch kommender Woche in Kraft treten. Außerdem wird an allen weiterführenden Schulen der Beginn des Unterrichts über einen Zeitraum von zwei Stunden gestreckt, so dass nur Teile der Schülerschaft zeitgleich den öffentlichen Nahverkehr nutzen und in der Schule eintreffen. 

Schaut man auf die Bezirke, realisiert man, dass diese Woche Neukölln, Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg am stärksten betroffen sind. Am wenigsten betroffen sind die östlichen Bezirke Treptow-Köpenick, Pankow und Lichtenberg. Auch Marzahn war viele Wochen lang fast verschont geblieben, hat aber inzwischen ein ziemlich dynamisches Infektionsgeschehen. Immerhin 70 Lerngruppen sind dort geschlossen.

Auffällig ist, dass sich die Situation in Reinickendorf etwas beruhigt hat. Hier hatte man in der ersten Woche nach Inkrafttreten des Stufenplans alle Schulen vorsorglich auf Orange gesetzt. Aufgrund eines diffusen Infektionsgeschehens, das von einer Reihe von Großveranstaltungen ausgelöst wurde. So hieß es vonseiten der Senatsverwaltung. Diese Vorsichtsmaßnahmen und die Ausweitung der Maskenpflicht hatoffensichtlich eine positive Wirkung gehabt. Denn hier sind jetzt nur noch 69 Lerngruppen geschlossen, eine weniger als in Marzahn.

Bei den beruflichen Schulen lässt sich auch ein Anstieg von Corona-Fällen verzeichnen. Der Anstieg ist aber nur leicht und nicht so eklatant wie bei den allgemeinbildenden Schulen: Hier sind aktuell 56 Lerngruppen geschlossen, 251 Schüler und 21 Schulmitarbeiter haben positive Test-Ergebnisse.

Auch bei der Einstufung der Schulen gibt es etwas Bewegung: Am Donnerstag haben die Gesundheitsämter und die Schulaufsichten der Bezirke zum dritten Mal getagt, um die individuelle Farbgebung der Schulen zu prüfen und erneut festzulegen. Insgesamt wurden 44 Schulen auf Grün, 586 auf Gelb, 178 auf Orange und 2 auf Rot gestellt. In absoluten Zahlen hat sich im Vergleich zur letzten Woche wenig geändert. Alle Schulen, die auf Grün stehen, liegen in Treptow-Köpenick.