Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) besteht auf die Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss.
Foto: dpa/Britta Pedersen

BerlinSchulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) ist hart geblieben. Das heißt: Abitur und Mittlerer Schulabschluss (MSA) in Berlin werden geprüft. In Bezug auf die Abiturprüfungen mag das noch nachvollziehbar sein. Die Kultusministerkonferenz hat vereinbart, sie stattfinden zu lassen und die Senatorin fürchtet um die bundesweite Gültigkeit der Abschlüsse, wäre Berlin mit einem Durchschnittsabitur aus der Reihe getanzt. Doch ihr Beharren auf die Prüfungen zum MSA grenzt an Verbohrtheit.

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Obwohl die Schulen eigentlich erst am 4. Mai schrittweise wiedereröffnet werden, sollen nun Tausende Zehntklässler schon ab dem 27. April wieder täglich in die Schule gehen. Schulleitungen, die nebenher auch noch das Abitur vorbereiten, stellt das vor immense organisatorische Probleme – die Senatsschulverwaltung überlässt ihnen die Verantwortung dafür, die Ansteckungsgefahr gering zu halten. Und all das geschieht, um die Schüler auf eine Prüfung vorzubereiten, die viele von ihnen kein Stück weiterbringt.

Keine Verpflichtung für MSA-Prüfungen

Denn fast niemand hört am Gymnasium nach der 10. Klasse auf; auch an den Integrierten Sekundarschulen gehen viele Schülerinnen und Schüler weiter in die gymnasiale Oberstufe. Die MSA-Prüfungen sind schon in normalen Jahren oft sinnlos. Jetzt sind sie fahrlässig.

Die Kultusministerkonferenz verpflichtet die Bundesländer ohnehin nicht zum Abhalten von MSA-Prüfungen. Scheeres hätte den Abschluss in diesem Jahr auf der Grundlage der Zeugnisnote verleihen lassen können, um Schulpersonal, Schüler und besorgte Eltern zu entlasten. Und die schulischen Gremien, die versucht haben, die Senatorin von diesem Schritt zu überzeugen, hätten nicht mehr das Gefühl, gegen eine Wand zu reden.