Ein ziemlich verrücktes Jahr liegt hinter uns. Und ziemlich verrückt geht es weiter. Am Montag enden eigentlich die Ferien, aber der Unterricht findet ohne Präsenz statt: Die beiden Homeschooling-Wochen im Januar in Berlin sind nicht nur eine Notlösung im harten Lockdown, sondern auch ein großes gesellschaftliches Experiment. Die Berliner Zeitung hat sich vorgenommen, dieses Experiment genau zu beobachten und zu begleiten.

Denn wer weiß, vielleicht bleibt es nicht bei diesen beiden Wochen – und die Fallzahlen zwingen uns, den Lockdown noch bis Februar durchzuziehen. Die digital erfahrenen Schulen, Lehrkräfte, Eltern sollten den noch Unerfahrenen unter die Arme greifen. 

Die Corona-Krise ist mit den Worten der Buchautorin Verena Pausder „ein genialer Nachhilfelehrer für unsere Schulen“ und sorgt dafür, sie für die Aufgaben der Zukunft zu lockern und zu öffnen. Das gilt insbesondere für die Digitalisierung: für die technische Ausstattung, aber auch für die Kompetenzen der Lehrer und Schüler, mit den neuen Möglichkeiten schöpferisch umzugehen. 

Im Vergleich zu progressiven Ländern wie Dänemark hinkt Deutschland bei der Digitalisierung der Schulen etwa 15 Jahre hinterher. Der erste Lockdown war ein Weckruf: Schulen, Politik und Verwaltung haben sich auf den Weg gemacht. Wie weit sind sie gekommen? Welche Fortschritte gibt es schon zu verzeichnen?

Natürlich war nicht zu erwarten, dass sie in den vergangenen neun Monaten die verschlafenen 15 Jahre wieder hätten gutmachen können, denn der deutsche Bildungsföderalismus macht die Veränderungsprozesse leider extrem zäh. 

Voller Zorn blicken viele auf die Bildungspolitiker des Bundes und der Länder, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Und in der Tat, die Art, wie der Digitalpakt umgesetzt wurde, ist ein grandioser Flop. Doch  Schuldzuweisungen helfen nicht weiter. Genauso wenig wie die Erwartung, dass der Staat, die Autoritäten alles für uns richten. Was wir auch brauchen, ist die Freude, spielerisch Neues auszuprobieren, und den Mut, gemeinsam voranzugehen. 

Deshalb bitten wir Sie um Ihre Mitwirkung. Liebe Schüler, Eltern und Lehrerpersönlichkeiten, schicken Sie uns Ihre Erfahrungsberichte: Wie gehen Sie, wie geht Ihre Schule mit den neuen Herausforderungen um? Was funktioniert schon gut und was nicht? Was sind Ihre persönlichen Lifehacks, was erhoffen Sie sich von der Politik? Gerne können Sie Ihre Beiträge (in Text, Bild, Ton) über die Open-Source-Funktion der Berliner Zeitung einreichen und honorieren lassen. Wir freuen uns über Ihr Engagement!

Alle Artikel aus unserer Serie zum Thema Homeschooling finden Sie hier.

Homeschooling:

eine Chance, die Schulen in die Zukunft zu katapultieren. Wie geht es voran mit der Digitalisierung? Wo bleibt die neue Lernkultur? Wie läuft es zu Hause? Die neue Serie der Berliner Zeitung.