Eltern müssen noch eine Weile warten, bis die Kinder wieder in die Schule können.
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BerlinBald dürfen die ersten Schüler wohl wieder in die Schulen, und auch die Betreuung in den Kindergärten soll langsam wieder hochgefahren werdn. Das klingt erst einmal gut, ist aber für die betroffenen Eltern oft nur ein kleiner Trost.

Viele hatten tatsächlich darauf gehofft, dass die Schule – so wie ursprünglich geplant – schon Anfang dieser Woche wieder beginnt. Doch da wurde nur angekündigt, dass es Lockerungen geben soll. Selbst viele Lehrer waren überrascht, dass „von oben“ scheinbar so wenig vorbereitet war für den Wiedereinstieg in den Lehrbetrieb.

Es gibt zwei Interpretationen, bei denen die Planer nicht so gut wegkommen. Erstens: Die wochenlange Pause wurde nicht genutzt, um die verschiedenen Varianten durchzuplanen. Es wurde abgewartet, was beschlossen wird, und dann mit dem Planen begonnen.

Die zweite Variante: Die nochmalige Verzögerung war sowieso vorgesehen, um noch einmal ein paar Wochen ohne Schulbetrieb zu gewinnen. Das könnte der Senat dann aber viel offener kommunizieren.

Die Grundkritik bleibt: Kinder erkranken nicht oder kaum. Trotzdem sind die Schulen wochenlang dicht, und die Kinder oft bei den Großeltern – also bei einer Risikogruppe. Oder die Eltern mussten Urlaub nehmen, um ihre Kinder zu betreuen. Das ist ein Problem, das sich im Sommer zu einem weiteren Problem auftürmt. Denn vielen berufstätigen Eltern fällt es schon in normalen Jahren schwer, die Kinderbetreuung in den sechs Ferienwochen sicherzustellen.

Wenn sie nun im Mai fast ohne Urlaubstage dastehen, bleibt die Frage, wie sie es in diesem Corona-Jahr schaffen sollen. Dann müssen auch wieder Kinder zu den Großeltern – zur Risikogruppe.