Die Schulplatz-Lotterie startet wieder

Margarethe Gallersdörfer findet den Leistungsdruck für Kinder zu hoch.

Berlin-Seit Montag läuft es wieder, das große Berliner Strategiespiel: Noch bis 26. Februar können Berliner Eltern ihre Sechstklässler an einer weiterführenden Schule anmelden.

Dass es am Ende an einer Wunschschule klappt, ist nicht garantiert.
Dass es am Ende an einer Wunschschule klappt, ist nicht garantiert.imago images/photothek

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Schule nach Losverfahren

Drei „Wunschschulen“ können sie dabei angeben – auch wenn der Begriff die Sache nicht ganz trifft. Denn schon wenn das Kind im Schnitt „nur“ eine 2 statt einer 1 vor dem Komma hat, ist die Angabe eines begehrten Gymnasiums als Erstwunsch ein riskantes Glücksspiel. Schließlich werden an übernachgefragten Schulen nur 30 Prozent der Plätze nach dem Losverfahren vergeben.

Für Eltern, die nichts riskieren wollen, heißt „Wunschschule“ deshalb eher: die besten drei aus der zweiten Wahl. Und dann zittern, bis am 29. Mai womöglich keiner der drei „Wünsche“ erfüllt wird.

Kein undurchsichtiger Prozess

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Damit Eltern und Grundschulkinder sich nicht ganz so hilflos fühlen, sollte die Senatsschulverwaltung auch für Sechstklässler das Verfahren einführen, das schon jetzt für Grundschüler gilt, die nach der vierten Klasse aufs Gymnasium wechseln wollen: Klappt der Erstwunsch nicht, gibt es schon im März einen Ablehnungsbescheid – und für’s Zweitwunschverfahren eine Auskunft, wo noch Plätze frei sind.

Dass es am Ende an einer Wunschschule klappt, ist dadurch zwar auch nicht garantiert. Aber wenigstens können Familien sich beteiligen und noch mal ihre Strategie ändern, statt sich einem undurchsichtigen Prozess ausgeliefert zu fühlen.