Berlin - Es ist zwanzig vor zwei in der Carl-von-Ossietzky-Gemeinschaftsschule, einer Europa-Schule in Kreuzberg, wo die Schüler auf Deutsch und Türkisch unterrichtet werden. Im klimatisierten Untergeschoss sitzt ein Wächter vor drei offenen Türen. Auf einem roten Schild steht „Abitur! Bitte nicht stören“. Einzeln treten die Abiturienten ins Freie. Die 18-jährige Tiguida zum Beispiel. Sie strahlt, als sie durch die Tür kommt. Sie hat gerade ihre Abiturprüfung in Geschichte geschrieben, und bei ihr ist es gut gelaufen. Sie hatte eine Quelle von einem russischen Lagerkommandanten im Zweiten Weltkrieg bekommen und sollte nach der Lektüre die Frage beantworten: „Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion. Massensterben oder Massenvernichtung?“ Und? „Es war beides“, sagt sie entschieden.

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