Das Wissen in den Büchern generiert der junge Mensch per Video.
iFoto: imago images /Ikon images

Berlin - Neulich berichtete eine amerikanische Kollegin, die Literaturwissenschaften an einer renommierten Universität in Kalifornien unterrichtet, sie spreche mit ihren Studierenden mehr über bewegte Bilder als über Bücher. Früher habe sie gelegentlich auf den Film als Vergleichsmedium verwiesen, um bestimmte Erzählformen und Stilmuster aufzuzeigen. Heute sei ein großer Teil ihres Unterrichtsprogramms visuellen Medien gewidmet, während Texte nur eine nachgeordnete Rolle spielten. Die hier sichtbare Tendenz sollte man nicht als Zeichen eines Kulturverfalls beklagen, sondern produktiv aufgreifen. Dazu gehört zunächst einmal eine Analyse der besonderen Fähigkeiten, die junge Menschen heute mitbringen.

Aus der Forschung wissen wir sehr genau, wodurch sich diese Fähigkeiten auszeichnen. Die Generation der nach 2000 Geborenen – gern als „digital natives“ bezeichnet – ist mit Bildmedien aller Art großgeworden. Sie verfügt über die Kompetenz zur raschen Erfassung visueller Informationen und simultan ablaufender Prozesse. Sie lernt durch dynamische Bildfolgen schneller als durch beschreibende Lehrbücher. Gewohnt ist sie daran, sich aktiv an virtuellen Abläufen im Rahmen von digitalen Spielen, Serien und Social Media-Plattformen zu beteiligen. Ihr Wissenserwerb wird also nicht nur durch visuelle Elemente, sondern auch durch die Möglichkeit zur Interaktion gefördert. Welche Konsequenzen kann das für den Lehrbetrieb der Zukunft haben?

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