Doreen Beer.
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BerlinZum ersten Mal hat Berlin eine Anti-Mobbing-Beauftragte: Wie die Senatsbildungsverwaltung mitteilte, ist der Posten seit dem 1. April offiziell mit Doreen Beer besetzt. Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte vor einem knappen Jahr angekündigt, die Stelle einrichten zu wollen. Beers Aufgabe ist es laut Senatsschulverwaltung, gemeinsam mit dem hauseigenen Beschwerdemanagement und dem Anti-Diskriminierungsbeauftragten Derviş Hızarcı „eingehende Beschwerden zu klären, nach den Ursachen von Mobbing suchen und Problemlösungen für die Betroffenen finden“.

Beer ist Psychologin und systemische Familientherapeutin, war zudem in der psychologischen Beratung von Kindern und Familien in der Jugendhilfe tätig und hat in den vergangenen vier Jahren arbeitete sie in einem Schnittstellenprojekt von Jugendhilfe, Schule und Psychiatrie in Marzahn-Hellersdorf. „Ich bin ansprechbar für alle, die mit Mobbing konfrontiert sind und auch für die, die Betroffene unterstützen wollen“, sagte Beer. Schule solle ein Ort sein, an dem sich alle wohlfühlen, sich entwickeln und lernen können. Zunächst will Beer sich „mit möglichst vielen Akteurinnen und Akteuren vernetzen“.

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Zur Person

Doreen Beer, Jahrgang 1978, hat ein Psychologiestudium mit Schwerpunkt Schwerpunkt Pädagogischer Psychologie an der Freien Universität Berlin absolviert. Sie war dann wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Magdeburg-Stendal und war in der Jugendhilfe in der psychologischen Beratung von Kindern und Familien tätig.

Scheeres lobte Beer als „qualifizierte Expertin, die sich mit Elternarbeit, Schule, Jugendhilfe und Psychologie gleichermaßen auskennt“. Nicht jeder Streit auf dem Schulhof sei ein Mobbingfall, so Scheeres. „Mobbing geschieht fortgesetzt, ist absichtsvoll verletzend und ausgrenzend. Diese Verhaltensweisen sind nicht immer gleich erkennbar, gerade wenn es um Cybermobbing geht.“ Beer werde den Fällen an den Schulen auf den Grund gehen.

Kommt noch ein Schülerbeauftragter?

Der Vorsitzende des Landeselternausschusses zeigte sich erfreut über die Ernennung Beers. „Wir haben das schon lange gefordert“, sagte Norman Heise. Mobbing sei ein großes Problem, das oft nicht mit dem nötigen Nachdruck bekämpft werde. „Jeder einzelne Fall ist schlimm, und wir nehmen immer wieder wahr, dass die Zuständigen an den Schulen den Ernst der Lage nicht ganz erkennen“, sagte Heise.

Unklar ist, wann von der Senatsschulverwaltung noch ein Schüler oder eine Schülerin als Ansprechpartner in Mobbingfällen benannt wird. Das hatte Scheeres im vergangenen Jahr angekündigt, um die Hemmschwelle bei möglichen Betroffenen zu senken. Der Landesschülerausschuss gratulierte Beer zu ihrer Ernennung und teilte mit, man würde sich freuen, einen Schülerberater zu stellen.