In Berlin ist derzeit das Tragen einer Maske auf dem Pausenhof nicht Pflicht. Über Masken im Unterricht wird debattiert.
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BerlinDer politische Streit, die harte inhaltliche Debatte und die Auseinandersetzung über gesellschaftliche Probleme – all das gehört zu den Grundtugenden einer funktionierenden Demokratie. Allerdings kann eine Debatte auch zum völlig falschen Zeitpunkt geführt werden. Das ist derzeit in Berlin der Fall.

In dem Streit geht es darum, ob Lehrer und Schüler im Unterricht Masken tragen sollen. Er kocht ausgerechnet am Wochenende vor dem Schulstart hoch.

Eine Maskenpflicht klingt schwer durchsetzbar bei 30 Grad Sommerhitze, und ganz sicher ist ein quasi mimikfreier Unterricht für alle nicht sehr schön. Aber darum geht es nicht.

Die Debatte ist fatal und unnötig, weil sie zum völlig falschen Zeitpunkt erfolgt. Die Bildungsverwaltung hat schon vor Wochen verkündet, dass sie nach einem halben Jahr ohne regulären Unterricht nun wieder zu einem möglichst normalen Regelunterricht zurückkehren will. Das freut viele berufstätige Eltern. Aber es gibt verständlicherweise auch Vertreter von Lehrern, Eltern und Schülern, die eine Maskenpflicht im Unterricht fordern.

Egal, wer recht hat. Die Auseinandersetzung hätte längst abgeschlossen sein müssen. Seit Monaten ist bekannt, wann das neue Schuljahr beginnt, alle Beteiligten hatten auch in den sechs Wochen Sommerferien reichlich Zeit, ihre Forderungen zu formulieren und rechtzeitig eine Regelung gemeinsam mit der Verwaltung zu finden.

Nun aber herrscht wieder die große Verunsicherung – und nichts ist unnötiger in Corona-Zeiten. Die Schule ist nicht dazu da, dass sich alle möglichen Leute in irgendwelchen Debatten ergehen und sich profilieren. Die Schule ist dazu da, Schüler zu unterrichten. Und das sollte auch das erklärte Hauptziel aller Beteiligten bleiben. Alle Interessen sollten dem Ziel der Bildung untergeordnet werden.