Wenn alles glatt läuft, dürfen die Kinder in der Schule unterrichtet werden – wie die sieben Jahre alte Bushra in Frankfurt am Main. Aber bei Verdachtsfällen werden Schulen geschlossen, dann bleibt nur der Digitalunterricht.
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BerlinSchulklassen, die nach Hause geschickt werden, Jahrgangsstufen, die nicht in die Schulgebäude dürfen und Schulen, die komplett geschlossen bleiben – das passiert gerade und wird in den nächsten Monaten und vielleicht sogar Jahren immer wieder vorkommen. Unterricht ist in solchen Fällen nur übers Internet möglich. Deshalb war die Entscheidung der Kultusminister, 600 Millionen Euro für eine bessere digitale Ausstattung zur Verfügung zu stellen, dringend notwendig.  

Lehrer sollen demnach mit Dienst-Laptops ausgestattet werden, Schülern soll ein Internetzugang ermöglicht werden. Damit wird eine Basis für Homeschooling, also den Unterricht zu Hause, gelegt. Das kann aber nur der Anfang sein. Eine Studie belegt, dass in den vergangenen Monaten der digitale Unterricht vor allem darin bestand, dass Lehrer die Hausaufgaben per E-Mail verschickt haben. Klingt nach Neuland, klingt nach Nachholbedarf.

Es ist verständlich, dass es Lehrer gibt, die Angst davor haben, sich mit ihren Online-Kenntnissen vor den Schülern zu blamieren. Die Jugendlichen sind mit den technischen Geräten aufgewachsen, üben täglich, sind eigentlich Profis. Schulungen und Fortbildungen für die Lehrkräfte, um die Furcht zu nehmen und Perspektiven aufzuzeigen, sind also dringend notwendig. Noch ist es aber so, dass es Personalräte gibt, die sich gegen digitale Unterrichtsaktivitäten wehren, Lehrer nicht gut vorbereitet sind und es bei den inhaltlichen Angeboten wie den Lernplattformen deutlich Luft nach oben gibt.

Und wenn es stimmt, dass Homeoffice eine große Zukunft hat, dann können Kinder und Jugendliche schon früh lernen, was im Arbeitsleben von ihnen später erwartet wird. Das alles wird Zeit, Geduld und noch viel mehr Geld kosten. Was auf Dauer aber noch teurer wäre: nicht in Bildung zu investieren.