Berlin - Bisher schien es oft, dass die Schulen im Mittelpunkt der öffentlichen Corona-Aufmerksamkeit stehen und die Kitas leicht vergessen werden. Ab Ende der kommenden Woche und bis zu den Herbstferien sollen nun 1,8 Millionen Schnelltests für Kita-Kinder verteilt werden. Es handelt sich dabei um die klassischen Popel-Tests, die auch die Schüler benutzen. Die Tests werden an die Jugendämter der Bezirke geliefert, dort können die Kitas sie abholen und an die Eltern der Kinder weitergeben. Die Idee ist, dass alle Eltern, die das wollen, ihr Kind zweimal pro Woche zu Hause testen können – oder auch vor dem Eintritt in die Kita. Die genauen Modalitäten können die Kita-Leitungen festlegen, teilt ein Sprecher der Bildungsverwaltung der Berliner Zeitung mit.

Als Cem Erkisi, Erzieher und Personalratschef der Kitas Süd Ost, danach gefragt wurde, was er von diesen neuen Entwicklungen halte, wusste er noch gar nichts von seinem Glück. Bisher laufe das so in den Kitas, dass nur die ungeimpften Fachkräfte zweimal pro Woche unter Aufsicht getestet werden. Er begrüßte aber die freiwillige Testmöglichkeit für die Kinder: „Hut ab so kurz vor der Wahl für gute Wahlgeschenke“, sagte er ironisch. Er fragt sich allerdings, ob Popel-Tests für kleine Kinder die richtige Wahl seien, da schwerer zu handhaben als Spucktests.

Die vollständige Finanzierung der Luftreiniger von staatlicher Seite hält Erkisi für einen Fortschritt. Bisher gibt es in den Kitas Süd Ost noch keinen einzigen Filter. Nur sehr wenige Träger hätten sich bisher durchringen können, die teuren Geräte aus der eigenen Tasche zu bezahlen. „Nur Träger, bei denen Mitarbeiter verstorben sind, haben einzelne Geräte angeschafft.“


Hinweise zur Antragsstellung für die Luftreiniger sind hier abrufbar.