Berlin - Homeoffice mit Kindern: Mit Unterbrechungen ist das seit einem Jahr ein Thema in unserer Familie. Wir Eltern sind beide Vollzeit berufstätig, die Kinder 7, 4 und 2 Jahre alt. Ich wünschte, ich könnte von Gelassenheit schreiben, davon, dass wir als Familie diese Zeit als Familienzeit mit ganz viel Nähe begreifen konnte. Aber es zerrt an unseren Nerven. Wo am Anfang ganz viel Pragmatismus und „Wir schaffen das“-Glaube war, da wachsen inzwischen die Sorgen. Darüber, dass diese Zeit vielleicht nicht spurlos an unseren Kindern vorbeigehen wird. Denn sie erleben ihre eigentlich entspannten Eltern seit mehreren Monaten als immer angespannter. Weil wir mit der Dreifachbelastung durch Homeoffice, Homeschooling und Kinderbetreuung nicht zurechtkommen. Ich begreife das nicht als ein Versagen von uns Eltern, auch wenn das immer wieder gern behauptet wird, sondern ein Versagen auf ganz anderen Ebenen. Das ist eine extreme Überforderung, dass Eltern all das alleine leisten müssen.

Kennen Sie die Entspannung, die sich breitmacht, wenn man Zeit für sich hatte, Zeit mit seinen Liebsten und man sich einfach regeneriert von seiner Auszeit fühlt? Mir fehlt das inzwischen. Ich habe das Gefühl, diese innere Ruhe nicht mehr finden zu können, egal, wie viele Waldspaziergänge wir als Familie auch unternehmen. Die unbeschwerten Momente werden seltener, weil zumindest ich ständig im Hinterkopf habe, was ich noch alles am Wochenende ab- und vorarbeiten könnte. Denn wie die kommende Woche aussieht, das ist ja sehr ungewiss. Es gibt Wechselunterricht in der Schule – okay, das ist immerhin im Voraus bekannt! – aber es kann auch zu einer Quarantäne kommen oder dazu, dass unsere Kinder wegen einem Schnupfen nicht in die Kita dürfen.

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