Bei Abiturprüfungen wäre zumindest der geforderte Corona-Abstand kein Problem. (Symbolfoto)
Foto:  dpa/Peter Kneffel

BerlinAlle Prüfungen zum Abitur sind bereits auf die Zeit nach den Osterferien verschoben worden. Der Zeitplan wird immer enger. Vielleicht fallen die Prüfungen in diesem Jahr ganz aus. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) plant auf jeden Fall schon mal eine Absage aller Schulabschluss-Prüfungen einschließlich jener für das Abitur, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) teilte am Dienstag dazu mit, sehr gut möglich sei, dass die Länder in diesem Jahr einen alternativen Weg zum Abitur verabreden müssten.

„Denkbar ist zum Beispiel die An- und Hochrechnung bisheriger Leistungen in den Abifächern, eventuell mit einer zusätzlichen Gewichtung von Noten aus Prüfungssituationen“, erläuterte die Senatorin. „Eine gerechte Lösung benötigen auch diejenigen, die durchzufallen drohen und ihr Abi nun nicht mehr durch gute Prüfungen retten könnten.“

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Laut Scheeres könnten sich Bundesländer mit einem späterem Start der Sommerferien zunächst etwas Zeit erkaufen. „Diese Option haben die vier Länder, deren Ferien im Juni schon beginnen, nicht“, sagte sie. „Auch bei uns beginnen die Sommerferien planmäßig Ende Juni, für eine Verschiebung der Prüfungen fehlt damit der zeitliche Spielraum.“ Deshalb bereite sich Berlin sicherheitshalber auch auf eine unverhofft positive Entwicklung der Lage vor, die reguläre Prüfungen an den ursprünglich geplanten Terminen erlauben würde.

Ralf Treptow, Leiter des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums in Berlin-Pankow und Vorsitzender der Vereinigung der Berliner Oberstudiendirektoren, hat im Gespräch mit der Berliner Zeitung den Ausfall bereits vorgeschlagen. Sein Appell an Scheeres: „Sie müssen aufhören, auf Sicht zu fahren und jetzt entscheiden, was mit den Prüfungen passieren soll.“

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Prien erklärte am Dienstag, in der derzeitigen Situation halte sie die Entscheidung, die Abiprüfungen abzusagen, für geboten. Zwei Hamburger Schüler hatten angesichts der Pandemie bereits eine Petition zur bundesweiten Absage der Abitur-Prüfungen gestartet. Die beim Internetportal «change.org» veröffentlichte Petition haben bis Dienstagnachmittag rund 76.000 Unterstützer unterzeichnet.