Berlin -  Ausgewählte Experten waren so nett und haben unseren Fragebogen ausgefüllt: Die sieben Fragen zur Lage der Berliner Bildung. Sie alle kennen die Nöte unserer Schulen aus nächster Nähe, weil sie Schulen gegründet haben, Lehrer sind, sich als Schüler, Eltern oder Bildungsaktivisten engagieren. Nur Politiker haben wir nicht gefragt, aber die dürfen sich natürlich inspirieren lassen …

1.  Welche Note würden Sie dem Berliner Schulsystem geben?

Note vier.

2.  Denk ich an Berliner Schulen in der Nacht, dann sehe ich …

Die Schüler:innen, deren Schulabschlüsse weit hinter ihrem Potenzial zurückbleiben.

3.  Welche drei Bildungsthemen müssen in der nächsten Legislatur unbedingt vorangetrieben werden?

Vertrauen zwischen Bildungsverwaltung und Schulen aufbauen – als Grundlage für alles andere; dies als ständige Priorität.

Prozentsatz der Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, um 5 Prozentpunkte senken.

Personalausbau an Schule: Schulhelfer:innen für Inklusion (viel mehr als bisher, beantragbar für alle Förderbedarfe), Verwaltungsleitung für alle Schulen, Schulsozialarbeit besser bezahlen – verknüpft mit überprüfbaren Leistungssteigerungen.

4.  Wenn Sie die politische Macht hätten, welches Problem würden Sie zuerst angehen und wie?

Siehe Frage Nummer 3.

5.  Wer hätte in Ihren Augen das Zeug dazu, eine exzellente Bildungssenatorin/ein exzellenter Bildungssenator zu sein?

Stefanie Remlinger – ohne Wenn und Aber; niemand anders wäre annähernd so geeignet.

6.  Wenn Sie sich eine Bildungssenatorin/einen Bildungssenator für unsere Stadt backen könnten, welche Qualitäten hätte sie/er? 

Vertrauen aufbauen und halten können, glaubwürdig sein, verlässlich sein, viel Expertise in den verschiedenen Bereichen mitbringen (Kita, Schule, Jugend, OSZ). Und ich brauche nicht zu backen, es gibt Stefanie Remlinger.

7.  Eine gute und zeitgemäße Schule ist für mich …

Jede Schule, die aus ihren Möglichkeiten das Beste für die Schüler:innen herausholt, jeden Tag aufs Neue, im Optimalfall mit Fröhlichkeit.

Zur Person: 

Fiona El Kehal promovierte an der St Andrews University in Edinburgh in Mathematik und war im Anschluss zwei Jahre als Teach-First-Fellow in einer Berliner Brennpunktschule tätig. Danach gründete sie die heute preisgekrönte Quinoa-Schule in Wedding, eine Privatschule für arme Familien, die sich zum Ziel gesetzt hat, all ihre Schüler zu einem Abschluss zu führen. Inzwischen ist El Kehal als Lehrerin im Quereinstieg tätig und qualifiziert sich noch für ein zweites Fach: nämlich Sonderpädagogik.