Mit Sagrotan und Wischpapier auf der Jagd nach Bakterien im Büro.
Foto: Berliner Zeitung/Paulus Ponizak

BerlinJetzt kommen wir zu den wichtigen Dingen im Büro-Alltag. Nein, es geht nicht um Arbeitserfolge oder andere Nebensächlichkeiten, es geht um: SAUBERKEIT! Dies ist das wichtigste Kapitel des modernen Büro-Knigge.

Heutzutage ist es modern, jeden Tag woanders in den Arbeitsräumen zu sitzen. Denn findige Unternehmensberater haben knallhart gerechnet und herausgefunden: Gerade in Schichtbetrieben hat immer jemand Urlaub oder frei, ist krank oder auf Dienstreise. Also braucht man weniger Arbeitsplätze als man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. Schließlich kostet jeder Platz Geld.

„Shared Desks“, geteilte Schreibtische, das ist die Zauberformel. Nun wäre das nicht so problematisch, wenn alle Kolleginnen und Kollegen auch dieselben Vorstellungen von Sauberkeit hätten. Dass dies nicht so ist, beweisen neben eingekrümelten Computer-Tastaturen auch beschmierte Tischflächen.

Krankheitskeime bekämpfen

Kommt es zu wochenlangen Schniefattacken und Grippewellen – kein Wunder. Rund zehn Millionen Bakterien sollen den Schreibtisch besiedeln, lese ich im Internet. Krankheitskeime bekämpfen heißt der einzige Ausweg. Per Desinfizierungsspray. Damit man dem Nächsten einen sauberen Schreibtisch hinterlässt. Ein Abwehr-Spray möchte man manchmal auch gegenüber Kolleginnen und Kollegen benutzen.

Mehr als 78 Prozent der Beschäftigten sind laut einer Umfrage des Anzeigenportals kalaydo.de genervt voneinander. Die Zahl stammt zwar von 2012, ist aber garantiert weiterhin richtig.

Die größten Nerv-Faktoren

Eine kurze (nicht vollständige!) Auflistung der größten Nerv-Faktoren: Im Pausenraum erscheinen und während des Essens dienstliche Fragen stellen. Das Handy im Großraumbüro laut klingeln lassen. Überdurchschnittlich laut telefonieren. Sich nicht waschen und in Folge nach Schweiß riechen. Ständig was zum Schnabulieren mitbringen und anbieten – deine Kalorien sind nicht meine! Benutztes Geschirr nicht in die Spülmaschine stellen, sondern direkt daneben. Heimlich rauchen und nicht wissen, dass die Klimaanlage den Geruch auch in die anderen Räume verteilt. Selbstgespräche vor dem Bildschirm oder nach dem Auflegen des Telefonhörers führen.

Die Liste ist unendlich, das merke ich beim Tippen. Wie geht es Ihnen, was nervt Sie im Büro bei den Kollegeinnen und Kollegen? Bitte schreiben Sie uns: leser-blz@berlinerverlag.com