Google bietet in Zukunft Kurse zur Weiterbildung an.
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BerlinDie Fortbildung in Deutschland auf ein neues Level zu heben, das hatten sich die Gewerkschaft Verdi, ein Team von Google und zwei Industrie- und Handelskammer vorgenommen. In Berlin haben sie nun erste Ergebnisse der Initiative „Zukunftsoffensive“ präsentiert, die Konzepte sind zum großen Teil in der Hauptstadt entwickeln worden.

Björn Böhning, Staatssekretär im Arbeitsministerium, erklärte gleich zu Beginn, wie wichtig es ist, dass sich Arbeitnehmer in Zeiten der Digitalisierung weiter qualifizieren: „Mit fortschreitender Digitalisierung wird sich die Arbeitswelt tiefgreifend und zum Teil rasant wandeln. Die Arbeit wird zukünftig vielfach eine andere Arbeit sein; sie wird andere Kompetenzen und Qualifikationen erfordern. Das geht nur gemeinsam. Die Zukunftsinitiative ist dafür ein gutes Beispiel.“

Die Angebote reichen weit

Im Mittelpunkt des Bildungsplans steht die sogenannte Basisbox. Online, unter www.basisbox.de und über die  Webseite von Googles Zukunftswerkstatt, können rund 20 Kurse abgerufen werden, die digitale Grundlagen in den Bereichen Kommunikation, Kollaboration, Technologie sowie Sicherheit und Recht vermitteln. Für das kostenfreie Angebot der Inhalte arbeiten die Partner der Zukunftsoffensive mit Bildungsinstitutionen zusammen.

Basierend auf einer Meta-Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation wurden außerdem die Qualifizierungsbedarfe in den Branchen Handel, Logistik, Versicherungen und Krankenkassen analysiert. Christoph Schmitz, Mitglied im Bundesvorstand von ver.di, erklärte, dass die Digitalisierung mit Maschinenlernen und schneller Vernetzung zu neuen Herausforderungen führen werde. „Wir brauchen daher niedrigschwellige und hochwertige Angebote für die Qualifikation“, sagte er. Für die Zukunft wünscht er, dass Qualifikationslücken zeitnah geschlossen werden.

Auch Schulungen innerhalb der Unternehmen sind gefragt

Als Partner standen bisher nur die IHK Düsseldorf und München bereit, in Zukunft könnte auch die Kammer aus Berlin dazukommen. Bei der Projekt-Vorstellung war Meike Al-Habash anwesend, die im IHK-Innovationsoffice der Hauptstadt arbeitet. „Wir stehen in engem Austausch mit den bisherigen Partnern“, sagte sie und betonte, wie wichtig auch aus ihrer Sicht die Fortbildung in den Unternehmen ist. „Unser Ziel sollte es sein, die Menschen auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.“

Das bedeutet aus ihrer Sicht nicht unbedingt, dass junge Leute Programmierer werden müssen, auch wenn der Arbeitsmarkt gerade vor allem diese Fachkräfte sucht und die Unternehmen sie gut bezahlen. Al-Habash sieht auch eine Verantwortung darin, dass die Angestellten durch zeitgemäße Schulungen neue Kompetenzen erwerben oder ihnen gezeigt wird, wie sie ihr schon erworbenes Fachwissen auch in einem digitalen Umfeld anwenden können.