So ein Pony ist recht klein. Es aber im Zug zu transportieren wie in Gunnel Lindes Buch, dürfte schwierig sein.
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Die schwedische Autorin Gunnel Linde erzählt von einem Reise-Abenteuer und die Österreicherin Christine Nöstlinger lässt einen Jungen kochen. Beide Bücher eignen sich für Lese-Anfänger.

Zwei und ein kleines Pferd

Werden sie das schaffen? Ist das überhaupt möglich? Ein Pony von Kopenhagen nach Stockholm zu bringen, ohne das jemand Wind davon bekommt? Das Hotel- und Zugpersonal nicht, die anderen Fahrgäste nicht und vor allem nicht Tante Tinne? Mit der haben Annelie und Niklas ein paar Tage Ferien in der dänischen Hauptstadt verbracht. Ohne das Wissen der lebenslustigen und kompetenten Tante haben die beiden in der Zoo-Lotterie mitgespielt und Jasper gewonnen, ein Zwergpony. Mit dem, fortan liebevoll „Jappi“ genannt, geht es nach einer turbulenten letzten Nacht im Hotel per Nachtzug nach Schweden, ein Galopp durch den ganzen Zug inklusive. Richtig spannend wird es, als Niklas und Jasper kurz vor Stockholm aussteigen müssen... Gunnel Linde (1924-2014) wurde 1978 mit dem Astrid-Lindgren-Preis ausgezeichnet, und der sprühende Witz der Protagonisten, das mitunter altkluge Gebaren der superselbständigen Kinder und die vielen kleinen Wunder, die man sofort glaubt, erinnern stark an die Werke ihrer Landsmännin und Zeitgenossin. „Mit Jasper im Gepäck“ hat der Gerstenberg Verlag nun neu herausgebracht, übersetzt von Birgitta Kirchner und mit sehr fröhlichen Illustrationen von Susanne Göhlich.

Gunnel Linde: Mit Jasper im Gepäck. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kirchner, Bilder von Susanne Göhlich. Gerstenberg, Hildesheim 2020. 160 Seiten, 13 Euro, ab 7 Jahren.

Zwei und ein schwieriger Fall

Auch Christine Nöstlinger (1936-2018) ist Astrid-Lindgren-Preisträgerin, ihr Werk so unüberschaubar wie das der schwedischen Kollegin. Und auch Pudding Pauli und Rosie haben eine schwere Aufgabe zu bewältigen: Ein goldenes Herz verschwindet. Der Kettenanhänger ihrer Klassenkameradin Lea ist von einem Moment auf den anderen weg, und in der Klasse schlagen die Verdächtigungen und Anschuldigungen hohe Wellen. Pauli und Rosie gehen auf Spurensuche, die weit aus der Schule hinausführt. Dabei lassen sie größte Gelassenheit walten und verwenden vor allem sehr viel Zeit aufs Kochen und Essen. Pauli ist nämlich mit seinen 10 Jahren bereits ein Schlüsselkind, aber nicht bereit, die von seiner Mutter bereitgestellte Tiefkühlkost zu essen. Also gibt es Lammkoteletts mit Bohnensalat, Topfenknödel und Paprikasuppe. Und natürlich Pudding. Die Zubereitung der Gerichte beschreibt die Österreicherin so lustvoll, dass man ununterbrochen Hunger hat bei der Lektüre. Zum Glück stehen alle Rezepte von „Pudding Pauli rührt um“ hinten im Buch – nebst einem Glossar, das Mundart-Begriffe wie Topfenknödel erläutert. Denn nicht nur Kochen kann man lernen während dieser Detektivgeschichte, sondern auch jede Menge neue Wörter.

Christine Nöstlinger: Pudding Pauli rührt um. G&G Verlag, Wien 2020. 176 Seiten, 12,95 Euro, ab 8 Jahren