Berlin - Der Hygienebeirat des Senats hat trotz steigender Inzidenzen im öffentlichen Raum entschieden, dass die Maskenpflicht an Grundschulen weiter ausgesetzt bleibt. Die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen bleibe erst einmal bestehen – und sie abzuschaffen stehe auch erst einmal nicht sehr weit oben auf der Agenda, sagte ein Sprecher der Bildungsverwaltung.

In zwei Wochen, wenn der Hygienebeirat erneut zusammenkommt, soll allerdings noch einmal darüber diskutiert werden. Bis dahin soll an den Schulen drei Mal die Woche getestet werden, um die Infizierten unter den Reiserückkehrern schnell identifizieren und isolieren zu können.

Am Freitag  wird die Senatsverwaltung für Schulen erneut die Infektionszahlen für Schulen bekannt geben. In den Ferienschulen, die immerhin von rund 8000 Schülern besucht wurden, soll es insgesamt nur fünf infizierte Schüler gegeben haben. In den Wochen seit den Sommerferien sind die Infektionszahlen ziemlich stabil geblieben, sie bewegten sich fast immer zwischen 800 und 1000 infizierten Schülern  – von insgesamt 330.000 Schülern. Bleiben die Zahlen weiterhin stabil, können eventuell auch die älteren Schüler von der Maske befreit werden.

Der Wunsch nach dieser Befreiung und Entlastung wurde von verschiedenen Mitgliedern des Hygienebeirats geäußert. Wie wird begründet, dass die älteren Schüler die Masken länger tragen müssen als die jüngeren? „In der ersten bis dritten Klasse werden die Schüler durch die Masken beim Lernen extrem behindert – gerade das Lesen- und Schreibenlernen fällt schwer, wenn man nicht die Lippen bei der Artikulation sehen kann,“ erklärte der Sprecher der Bildungsverwaltung. „Die Grundschüler bleiben meist in ihrem Klassenverband, während die älteren Schüler ihre Lerngruppen häufig wechseln. Auch gelten sie als stärker erlebnis- und partyorientiert, sind deshalb einem größeren Infektionsrisiko ausgesetzt.“

An den weiterführenden Schulen werden neu entwickelte Flyer verteilt, die noch einmal gründlich über den Nutzen von Schutzimpfungen aufklären und versuchen, bestimmte Ängste zu nehmen, die auf falschen Vorstellungen  beruhen – zum Beispiel die Vorstellung, dass durch mRNA-Impfstoffe das Erbgut verändert werden kann, was definitiv nicht der Fall ist.