Berlin - Es gibt da nichts schönzureden: Ich neige zur Unordnung. Sie schleicht sich mit den kleinen, schlechten Gewohnheiten ein. Briefe erst einmal ungeöffnet in der Ablage auf dem Schreibtisch stapeln, Bücher angelesen zwischen Couch und Nachtbett liegenlassen. Eltern kleiner Kinder würden über solche Petitessen nur müde lächeln: Legosteine, Miniatur-Dinos oder Prinzessinnen und Plastiksteinchen aus unbrauchbar werdenden Brettspielen liegen in Millionen Haushalten verstreut auf dem Boden, versinken in Sofaritzen und tauchen irgendwann unverhofft wieder auf. Chaos frisst sich in unser Leben hinein.

Solange ich frühmorgens zur Arbeit gehe, schert mich das bisschen Unordnung nicht. Findet sich Zeit, wird aufgeräumt. Doch nun sitzen wir wieder im Lockdown. Vor mir drängt die nächste Teamsitzung im Homeoffice, hinter mir wartet die trocknende Wäsche, an die ich im Büro keinen Gedanken verschwendet hätte. Im ersten Lockdown haben wir irgendeine prekäre Balance gefunden zwischen unaufschiebbaren und weniger drängenden Dingen: Bei der Arbeit präsent sein, die Kinder bespaßen und den Abwasch irgendwann zwischendurch erledigen.

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